Grevenbroich (NGZO). Autofahrer sollen in Grevenbroich mehr zur Kasse gebeten werden. Die CDU will die Zahl der gebührenpflichtigen Parkplätze im Stadtgebiet deutlich erhöhen. Mit dem Geld soll der Haushalt saniert werden.
Wer mit dem Auto kommt und mal schnell in der City einkaufen will, muss zahlen. Denn rund um die Fußgängerzone stehen Parkautomaten. Wer einen kleinen Fußweg nicht scheut, kann sich das Geld allerdings sparen. Ganz in der Nähe der Einkaufsmeile gibt es viele kostenfreie Stellflächen. Fragt sich nur, wie lange noch.
In den Reihen der CDU wird derzeit darüber nachgedacht, die gebührenpflichtigen Parkplätze auszuweiten. Zunächst auf den Platz der Republik, später vielleicht auf das Parkdeck am Bahnhof. "Das ist ein heikles Thema", gibt Fraktionsvorsitzender Norbert Gand zu. Doch: "Das Haushaltsdefizit von 26,6 Millionen Euro zwingt uns dazu, auch solche unpopulären Überlegungen anzustellen."
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Die CDU will mehr gebührenpflichtige Parkplätze in der Innenstadt. Damit soll ein Teil des Haushalts saniert werden. Ist das in Ordnung? Uns interessiert Ihre Meinung dazu. Nutzen Sie am Freitag von 13 bis 14 Uhr den Heißen Draht zur NGZ unter Tel. 0 21 81 / 6 95 15. Oder schreiben sie uns eine Email unter der Adresse wp@ngz-online.de.
Dabei hat die Union übrigens nicht nur die Innenstadt, sondern auch die Kernbereiche der umliegenden Orte im Visier. Wevelinghoven könnte etwa ein weiterer Kandidat sein – vor den neuen "Marktplatz-Arcaden" kann schließlich noch umsonst geparkt werden.
"Grundsätzlich sehen wir in einer solchen Aktion viel Potenzial. Bewirtschaften wir eine Fläche wie den Platz der Republik, spült das jährlich mehr als 100.000 Euro in die Stadtkasse", sagt Gand. Befürchtungen, dass Händler gegen solche Pläne Sturm laufen könnten, hat er nicht: "Wenn wir Autofahrern in der ersten Stunde freies Parken anbieten würden, kann sich das positiv auf die Frequenz der jeweiligen Geschäftsviertel auswirken", meint der Fraktionschef.
Die Händler sehen das allerdings etwas anders. Als die Grünen vor fünf Jahren schon einmal ein gebührenpflichtiges Parken auf dem Platz der Republik vorschlugen, lehnte der Werbering dankend ab – denn: "Das wäre eine existenzielle Bedrohung der Geschäfte in der Fußgängerzone", wetterte Vorsitzender Fred Schlangen. Vor allem die Geschäfte an der Breite Straße wären hierbei die Verlierer.
Mit Parkgroschen den Haushalt aufpolieren – das sollte immer die letzte Möglichkeit einer Kommune sein, meint Jacqueline Grünewald vom ADAC Nordrhein. Das gelte im Übrigen auch für den verstärkten Einsatz von Radarwagen und Knöllchenschreibern. Denn auch der wird von der Union derzeit erwogen. Der Grund: "Bei unseren Etatberatungen haben wir festgestellt, dass die Ausgaben der Bußgeldstelle weitaus höher sind als deren Einnahmen", erklärt Norbert Gand. Hier müsse es zumindest zu einem Gleichstand kommen.
Eine "Abzocke" der Bürger sei das aber nicht, beschwört der CDU-Chef: "Unser Ziel ist es, dass die Einnahmen der Stadt wieder erhöht werden. Die Kommune muss endlich wieder in die Lage kommen, den Bürgern die Dinge zu geben, die heute einfach nicht zu finanzieren sind."
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