Grevenbroich (NGZ). Polen trauert, aber auch in Grevenbroich sind Menschen über den Absturz des Flugzeugs mit Präsident Lech Kaczynski und 95 anderen Menschen betroffen. "Ich habe wenige Stunden vor unserer Fahrt nach Deutschland vom Unglück erfahren und es zuerst nicht glauben können", sagt Marzena Kurek. "Ich konnte kaum packen, weil ich die Berichte im Fernsehen verfolgt habe." Die Lehrerin aus Lodz ist mit zehn Schülern und einer Kollegin zurzeit in Grevenbroich.
Das Unglück ist Thema beim Schüleraustausch zwischen dem 24. Lyzeum in Lodz und dem Erasmus-Gymnasium. "Ich habe mit meinem Vater telefoniert. Die Menschen in Polen sind sehr traurig", sagt Wojciech Pytel (18). Lehrerin Edyta Wagnowska hat die NGZ und andere Zeitungen gekauft, um mit den Schülern die Berichte über die Ereignisse zu sprechen.
Für eine Woche bleibt die Gruppe in Grevenbroich,Gäste und Gastgeber können eine runde Zahl begehen: Vor zehn Jahren wurde der Schüleraustausch zwischen den Schulen ins Leben gerufen. Ein "Motor" war Lehrer Wilfried Richartz, der jetzt in Polen lebt und unterrichtet. Heute betreut Jürgen Holitschke am Gymnasium den Austausch. "Ich stellte fest, dass manche unserer Schüler falsche Vorstellungen von Polen hatten. Sie glaubten, hinter der Grenze wäre alles grau, würde kaum gelacht. Die Besuche sind eine gute Gelegenheit, um Vorurteile abzubauen", so der Kunsterzieher. "Beide Seiten profitieren von dem Austausch, lernen sich gegenseitig kennen", meint Lehrerin Marzena Kurek. Die Verständigung ist kein Problem: Karolina Tyllak (18) und viele andere lernen Deutsch. "Nach Englisch ist Deutsch bei uns die am häufigsten gewählte Fremdsprache", sagt Wojciech Pytel . Köln, Bonn und das Ruhrgebiet stehen auf dem Fahrtenprogramm. Am Montag wurden nach dem Besuch des Tagebaus und des Elsbachtals in der Versandhalle Braunkohlebriketts bemalt. "Et kütt wie et kütt", schrieb Kurek auf ihr Stück Kohle.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.