Landtagswahl (NGZ). Edmund Feuster (55) will für die SPD in den Landtag. Der Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt ist Vize-Bürgermeister in Grevenbroich. Schwerpunkte im Land sollen die Verkehrs-, Bildungs- und Wirtschaftspolitik sein. Feuster sieht sich als Sprachrohr für die Region.
Nach dem Winter müsste jetzt der Garten in Ordnung gebracht werden. Hinten in der Ecke soll ein Holzhaus hin, die Terrasse muss neu gefliest und der Rasen mal geschnitten werden. „Das kann warten“, sagt Edmund Feuster (55) gelassen. Der Mann ist im Landtagswahlkampf – und das heißt: Termine, Termine, Termine.
Wenn ihm das jemand 1976 gesagt hätte. Damals trat Feuster – begeistert von Willy Brandt – als 22 Jahre alter Student der Betriebswirtschaft in die SPD ein. „Aber nur, um Beitrag zu zahlen“, erinnert er sich schmunzelnd. Dass es dann doch anders kam, lag an seinem Umzug nach Kapellen. „Da ich niemanden im Dorf kannte, bin ich abends zu einem Treffen der Jungsozialisten gegangen – um mal vor die Tür zu kommen“, erzählt er. Der Rest ist ein Stück Grevenbroicher Politik-Geschichte.
In den vergangenen 34 Jahren hat Edmund Feuster die sozialdemokratische Arbeit in der Schloss-Stadt maßgeblich mitbestimmt. Zunächst als Chef seines Ortsvereins, später als Ratsmitglied, dann als kampflustiger Vorsitzender der SPD-Fraktion. „Man muss nach vorne, wenn man etwas bewegen will“, heißt sein Credo. Und das gelte auch für den Landtag, dem er von 2000 bis 2005 schon einmal angehörte. „Eine gute Zeit“, erinnert er sich. Feuster sah sich damals als ein Sprachrohr für die Region, als Türöffner für die verschiedensten Belange, auch über die Parteigrenzen hinweg: „Das möchte ich wieder sein“, sagt der 55-Jährige.
Beruflich ist Edmund Feuster als Consultant beim Bezirksverband der Arbeiterwohlfahrt in Essen beschäftigt, privat engagiert er sich in den unterschiedlichsten Vereinen. Der Kapellener, der gerne Tschaikowsky und Mozart hört und im Bücherregal die modernen Klassiker sammelt, leitet in seinem Heimatort den 125 Jahre alten Männergesangverein „Cäcilia“. Und auch als Grenadier macht er im örtlichen Bürgerschützenverein eine gute Figur. Nicht nur das: Schon zwei Mal bekleidete Feuster mit seiner Ehefrau Christel das Amt des Schützenkönigspaares. Und da wäre noch der Posten des ersten stellvertretenden Bürgermeisters, den er seit der Kommunalwahl 2009 inne hat und der viel Zeit bindet.
Den Endspurt zur Wahl möchte Edmund Feuster so oft wie möglich zwischen Grevenbroich und Dormagen verbringen. „Ich bin überall sehr freundlich aufgenommen worden“, sagt er. Und vom Kampf zwischen den Bewerbern könne keine Rede sein: „Im Gegenteil, man geht fair miteinander um.“
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