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Grevenbroich: Radfahren soll sicherer werden

VON CARSTEN SOMMERFELD - zuletzt aktualisiert: 23.06.2011

Grevenbroich (NGZ). Die Zahl der verletzten Radler hat sich verdoppelt. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club fordert mehr Kreativität bei der Verkehrsplanung. Manche Radwege in der Stadt seien gefährlich, der Benutzungszwang solle dort wegfallen.

Diesen engen Radweg an der Langwadener Straße sollen sich Radler und Fußgänger teilen. Eine Gefahr sehen dort Peter Wimmer und Heiko Fiegl (v.r.) vom ADFC. Foto:
Diesen engen Radweg an der Langwadener Straße sollen sich Radler und Fußgänger teilen. Eine Gefahr sehen dort Peter Wimmer und Heiko Fiegl (v.r.) vom ADFC. Foto:

Alarmierende Zahlen meldet die Polizei: In den ersten fünf Monaten 2011 wurden in Grevenbroich 34 Radfahrer bei Unfällen im Straßenverkehr verletzt – doppelt sowie viele wie im Vorjahreszeitraum. Einen Grund sehen die Ordnungshüter im schönen Frühlingswetter. Für Heiko Fiegl vom Sprecherrat des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Grevenbroich sind die Zahlen aus einem anderen Grund nicht überraschend: "Der Radverkehr nimmt erheblich zu. Immer mehr erkennen, dass Fahrradfahren gesund ist und die Umwelt schont." Angesichts der steigenden Zahl der Radler wird der Platz auf den Straßen knapp. Überhaupt sieht Heiko Fiegl bei der Verkehrsplanung Handlungsbedarf: "Es ist ein Erfolg, dass die Stadt den Arbeitskreis Radverkehr eingerichtet hat, der Lösungen für Verkehrsprobleme sucht. Einiges wurde schon erreicht. Doch viele Politiker sehen das Fahrrad immer noch nicht als gleichwertiges Verkehrsmittel an", kritisiert er.

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Mängelliste

Mängelliste Mitglieder des ADFC haben die Radwege inspiziert und eine Mängelliste erstellt (www.adfc-grevenbroich.de). Mit vielen dieser Stelen hat sich der Arbeitskreis Radverkehr befasst.

Ehrenamt "Wir unterstützend damit ehrenamtlich die Arbeit der Stadt, die für die Planung zuständig ist", betont Heiko Fiegl.

Dabei sind laut ADFC neue Radwege keineswegs das Allheilmittel – ganz im Gegenteil. Peter Wimmer vom Sprecherrat hat ein Beispiel dafür, dass gerade die Benutzung eines Radwegs eine Gefahr darstelle. "Auf einem Teil der Langwadener Straße müssen sich Radfahrer in beiden Richtungen mit Fußgänger einen Weg teilen, auf dem auch noch eine Haltestelle steht. Das ist viel zu eng." Überhaupt sind laut ADFC Radwege für beide Fahrtrichtungen oft gefährlich, "weil Autofahrer nicht damit rechnen, dass Radler von beiden Seiten kommen können", ergänzt Fiegl.

Die Lösung für viele solcher Stellen aus ADFC-Sicht: "Wenn ein blaues Radwegschild ausgewiesen ist, muss der Radler den Weg zwingend benutzen. Oft wäre es besser, den Benutzungszwang aufzuheben und dem Radfahrer die Wahl zu lassen, ob er auf der Fahrbahn oder dem Radweg fährt. Wenn ich im Verkehr ,mitschwimme', sehen mich Autofahrer eher", so Wimmer. So eine Lösung habe der Arbeitskreis für die Langwadener Straße beschlossen. "Das war bereits 2009, doch umgesetzt wurde sie bis heute nicht", sagt Wimmer verärgert.

Den Grund erklärt Stadtsprecher Andreas Sterken: "Zurzeit besteht keine ausreichende rechtliche Basis". Die Novelle der Straßenverkehrsordnung, die dies ermögliche, "wurde 2010 als ungültig erklärt", eine neue Änderung stehe aus. Das lässt der ADFC nicht gelten: "Die bisherigen Verwaltungsvorschriften lassen eine solche Lösung bereits zu. Dabei würde das Gehweg-Schild um das Zusatzzeichen "Radfahrer frei" ergänzt", sagt Fiegl. Und Wimmer meint: "Ich wünsche mir von der Verwaltung mehr Kreativität, um Lösungen zu finden."

Quelle: NGZ


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