Grevenbroich (NGZ). In Viererreihen säumten Menschenmassen am Samstag Abend die Hauptstraßen beim großen Fackelzug durch die Innenstadt. Zehn illuminierte Kunstwerke aus den BSV-Hallen, dazu fünf Gastfackeln, sorgten für Begeisterungsstürme. Schlossbad und externe Gutachter waren Themen.
So ein dicker Hund: Sieben Meter hoch, acht Meter lang – die "Einwegfackel" der Zuggemeinschaft "Rösige Boschte" und "Mer stonn zesamme" lässt nicht nur die Kleinsten staunen. "Der ist Hund ist ja fast so groß wie die Bäume", stellen die 13-jährige Anbolena und Mervin (sieben Jahre) staunend fest. Mit ihren Freunden, die in der Dämmerung vor der Haustür an der Von-Goldammer-Straße sitzen, verfolgen sie gespannt den Aufzug der Fackeln. Die Sechs kennen sich aus: "Wir freuen uns jedes Jahr auf den Fackelzug!"
Die Straßen sind gesperrt: Hinter der Polizei formieren sich Musikgruppen und Schützen. Die nummerierten Plätze füllen sich. Generatoren surren, Traktormotoren knattern. Während am Zug-Anfang hinter der Verkleidung gewerkelt wird, werden in der Mitte bereits einige rollende Kunstwerke illuminiert. Doch nicht jeder Fackelbauer strahlt so wie seine Fackel.
Die Siegerfackeln
1. Platz: Fackelbaugemeinschaft Rösige Boschte/Mer stenn zesamme (Hund).
2. Platz: Volle Boschte: Rennautoen für Kronprinz Axel Holzhausen
3. Plätze: St. Sebastian /Jecke Boschte (Pinocchio) und Jröne Jonge (Schmunzelmonster)
4. Platz Noh'besch Jonge (Eule)
Michael Kottmann und Simon Theißen sind aus dem Siegestraum erwacht: "Das wird wohl nichts", sagen die "Schloßgrafen". Dazu habe ihr Buzz Lightning zu viele Macken, aber: "Das ist bis jetzt unsere schönste Fackel." Der Astronaut aus dem Kinohit "Toy Story III" soll für BSV-Präsident Peter Cremerius ein neues Königspaar finden.
Wenige Meter dahinter starten die "Noh'besch Jonge". Ihre 39. Fackel zeigt, wie die externen Berater aus dem Büro Rödl das Rathaus zum Rödeln bringen. "Mehr Weisheit für unsere Politiker – das wäre nicht schlecht", meint Zugführer Josef Flesch und deutet auf die riesige Eule. Ob der Slogan "Der Bürger zahlt für jeden Scheiß, wenn der Rat nicht weiter weiß" den Sieg bringt? Flesch zuckt die Achseln: "Dabei sein ist alles."
Dabei sein – das ist für Jörg Wollbrandt, der seit einem Jahr an der Bahnstraße wohnt, und seine Familie das Motto. Das hochgeklappte Garagendach würde sie sogar vor Regen schützen. Jetzt freuen sie sich auf den Fackelzug in den extra gesäuberten Straßen. Gegenüber wartet Heike Hübner mit Freunden auf die Großfackeln. Bei offener Haustür stehen Getränke und Erdnussflips griffbereit: "Der beste Platz für den Fackelzug."
Den besten Platz hat sich auch Heike Volk an der Breite Straße gesichert: Mit drei Generationen – von der Uroma bis zum Baby – wartet sie auf das Spektakel: "Für uns als Schützenfrauen ist es Ehrensache, dabei zu sein." Die zehn Fackeln des BSV, dazu fünf Gästefackeln lassen den Nachthimmel leuchten: In einem roten Rennwagen startet Kronprinz Axel Holzhausen mit seinem Zug "Volle Boschte" ins Königsjahr, ähnlich viel Beifall gibt es für den Pinocchio, den "St. Sebastian" und die "Jecke Boschte" ins Rennen schicken: "Pinocchio hat uns angelogen, ums Schlossbad werden wir betrogen."
Der Königszug "Waldeslust" zeigt Präsenz mit einer riesigen Vuvuzela und dem Konterfei des Fußball-begisterten Königspaares. Für ihre "Obis" bauten die Zugkameraden außerdem eine Überraschungsfackel. Ausgezeichnet mit dem dritten Platz wurden – neben "St. Sebastian/Jecke Boschte" mit Pinocchio – die "Jröne Jonge", die ein Schützen-Thema ins Rollen brachten: die Diskussion um den Gottesdienst am Sonntag. Das grüne Schmunzelmonster lässt Anbolena und ihre Freunde strahlen – bevor sie nach einem lange Fackelabend schlafen gehen.
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