Grevenbroich (NGZO). Vor einigen Jahren war er noch Kinderbürgermeister – seit gestern Abend ist Daniel Rinkert neuer Chef des SPD-Stadtverbandes.
Der 21 Jahre alte Neurather wurde mit 57 von 61 Stimmen gewählt. Sein Ziel: Die Sozialdemokraten sollen wieder bürgernäher werden."Auf geht's!" Das war Daniel Rinkerts aufmunternder Appell an die Genossen. Nach der verlorenen Kommunalwahl will er die Grevenbroicher Sozialdemokraten zu neuen Ufern führen: "Wir müssen zu unserer alten Stärke zurückfinden. Aus der SPD muss wieder eine Mitglieder-, Wohlfühl- und Volkspartei werden – das ist mein Ziel", erklärte der Neurather. Starke Worte für einen 21-Jährigen – doch die kamen an: Die Mitgliederversammlung setzte gestern im Alten Schloss mit überwältigender Mehrheit auf den Youngster aus dem Süden Grevenbroichs.
Daniel Rinkert ist Student, er will Lehrer werden. In seiner Freizeit spielt der Neurather Tennis und Fußball, im Sommer marschiert er in den Reihen der Sebastianus-Schützen. Erste politische Gehversuche unternahm er als Schulsprecher, später wurde Rinkert zum Kinder- und Jugendbürgermeister der Stadt gewählt. Seit sechs Jahren ist er nun Mitglied der SPD – "und zwar ein stolzes", wie er betonte.
Vor 61 Genossen ließ der Student keinen Zweifel daran, dass die Grevenbroicher Sozialdemokraten wieder näher an den Wähler heran müssen: "Wir müssen die Menschen aus den Stadtteilen in unsere Arbeit einbinden, wir müssen bei ihren Festen und Aktivitäten dabei sein, wir müssen den Dialog suchen", unterstrich er. Eines von Rinkerts Nahzielen: Er möchte ein Kulturforum gründen, das Willy-Brandt-Haus am Platz der Republik soll künftig auch Künstlern und Musikern den Platz für Ausstellungen und Konzerte bieten. Und: Der 21-Jährige stellte die Frage, ob der Stadtverband mit seinen sieben Ortsvereinen überhaupt noch arbeits- und kampagnenfähig sei. Vor dem Hintergrund schwindender Mitglieder will er eine Diskussion über eine Strukturveränderung in der SPD in Gang bringen – "und in den nächsten beiden Jahren eine Entscheidung herbeiführen".
Zuvor hatte sich Klaus Krützen (40) bei den Genossen von seinem Amt als Grevenbroicher Parteivorsitzender verabschiedet. Der Chef der Kreis-SPD wolle keine Ämter häufen, zudem müsse er sich stark auf seinen Job als Leiter einer Dormagener Schule konzentrieren. Dass der Vorsitz bei Daniel Rinkert in besten Händen ist, davon zeigte sich Krützen gestern überzeugt: Schließlich habe der 21-Jährige in den vergangenen Monaten bereits den gesamten Wahlkampf der Grevenbroicher SPD gemanagt: "Er ist ein guter Mann."
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