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Grevenbroich: SC fordert die Sportpauschale

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 30.05.2006 - 23:02

Grevenbroich (NGZ). Kapellen Eines vorweg: Die Kapellener SC-Fußballer wollen keineswegs die Hände in den Schoß legen, sondern bei der Sanierung ihrer Anlagen mithelfen. Jupp Breuer und Geschäftsführer Hans-Peter Brings haben rechtzeitig zum Schützenfest ein Kunstrasen-Sponsoring gestartet.

Platz gesperrt - keine Seltenheit auf der Tennenanlage in Kapellen. Das Spielfeld steht im Herbst und Winter unter Wasser, im Sommer staubt es mächtig, weil die Berieselungsanlage fehlt. SC-Chef Jupp Breuer fordert eine Sanierung. 
 Foto: NGZ
Platz gesperrt - keine Seltenheit auf der Tennenanlage in Kapellen. Das Spielfeld steht im Herbst und Winter unter Wasser, im Sommer staubt es mächtig, weil die Berieselungsanlage fehlt. SC-Chef Jupp Breuer fordert eine Sanierung. Foto: NGZ

Jeder, der 35 Euro (oder mehr) übrig hat, kann einen Quadratmeter Kunststoff-Gras sponsern. Mit dem Geld möchte der Verbandsligist den Grundstock für die komplette Sanierung seiner beiden „Gummitrainingsplätze“ legen - jedes Feld ist 968 Quadratmeter groß. „Die Aktion ist gut angekommen - am Wochenende haben wir schon 250 Quadratmeter verkauft“, meint Breuer.

Dass die Renovierung der beiden Trainingsplätze den Sportlern ganz besonders am Herzen liegt, machte Breuer gestern Abend vor dem Sportausschuss deutlich: „Wir haben die meisten Jugend-Teams im Stadtgebiet, aber nur wenig Platz. Vier Mannschaften müssen gleichzeitig auf einer Anlage trainieren - das geht doch nicht.“

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Sportpauschale

Die Stadt erhält jährlich vom Land eine Sportpauschale, von dem sie die Sanierung ihrer Anlagen bestreitet. 2006 erhielt sie 150 000 Euro, für das nächste Jahr erwartet Dezernent Michael Heesch einen Betrag in ähnlicher Höhe.

 In Zukunft werde sich die Situation verschärfen, befürchtet der Vorsitzende, etwa durch die Kooperation mit Borussia Mönchengladbach oder durch das Neubaugebiet, das Kapellen um 3000 Einwohner vergrößern wird. Für Breuer steht fest: „Die beiden Plätze müssen umgehend saniert werden - alleine schaffen wir das aber nicht.“ Der Kostenpunkt des Projekts: etwa 67 700 Euro.

Das zweite Problem des Sportclubs: Der Tennenplatz ist in einem miserablen Zustand. „Im Sommer ist der Aschenbelag knüppelhart und sehr staubig, weil das Spielfeld als einziges im Kreis keine Berieselungsanlage hat. Im Herbst und Winter steht bei Regen die linke Seite halb unter Wasser“, schildert Breuer.

Zudem sei die Deckschicht zu dünn, sie müsse komplett erneuert werden. Die Kosten für eine Sanierung soll durch ein Bodengutachten ermittelt werden, für das der Sportausschuss gestern 2000 Euro genehmigte. Auf die Frage von Dezernent Michael Heesch, inwieweit die Stadt den Verein finanziell unterstützen könne, hatte Jupp Breuer die passende Antwort parat: „Durch die Sportpauschale - die steht dem SC Kapellen einfach einmal zu. Außerdem wollen wir viel in Eigeninitiative leisten.“

Rund 150 000 Euro auf einmal an einen Verein zu vergeben, das erschien den Politikern allerdings zu gewagt: „Unser Ausschuss vertritt 18 000 Sportler aus 70 Vereinen, die alle auf Sanierungsmaßnahmen warten. Das wird ein Problem“, grübelte Hermann-Josef Offergeld (CDU). Und sein Fraktionskollege Werner Moritz meinte: „Wir vertreten Grevenbroich und nicht Kapellen. Ich könnte locker 20 Leute nennen, die den gleichen Wunsch haben.“

Mit einem Blick auf die lange Bedarfsliste, die mittlerweile einen Sanierungsstau von 2,5 Millionen Euro aufweist, erklärte Ludwig Jedrowiak (SPD): „Bei unserer Haushaltssituation müssen wir den Vereinen auch einmal erklären, was sie überhaupt noch erhalten können.“ Für den SC sieht er jedoch Bedarf: „Kapellen erhält bald einen neuen Ortsteil. Vor diesem Hintergrund muss überlegt werden, wie wir die Sportflächen vernünftig gestalten.“

Der Fachausschuss genehmigte gestern lediglich 2000 Euro für ein Bodengutachten. Die finanziellen Begehren des Clubs nahmen die Politiker zunächst einmal zur Kenntnis. Ob und in welchem Umfang zukünftig Mittel aus der Sportpauschale zur Finanzierung der Bauprojekte bereitgestellt werden, soll im Rahmen der Haushaltsberatungen im Herbst entschieden werden.

Quelle: NGZ


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