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Grevenbroich: Schleichweg sperren

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 15.10.2007 - 21:30

Grevenbroich (NGZ). Der Lastwagen-Durchgangsverkehr soll von der Landstraße 116 verbannt werden. Das fordert die CDU. Hintergrund sind die in Gindorf ermittelten 44 Überschreitungen des Feinstaub-Tagesgrenzwertes.

Die Landstraße 116 wird von Lastwagenfahrern gerne als Schleichweg zwischen 
den Autobahnen 46 und 61 genutzt. In Gustorf und Gindorf wird dies angesichts 
hoher Feinstaub-Werte mit Sorge beobachtet.  Foto: jazyk
Die Landstraße 116 wird von Lastwagenfahrern gerne als Schleichweg zwischen den Autobahnen 46 und 61 genutzt. In Gustorf und Gindorf wird dies angesichts hoher Feinstaub-Werte mit Sorge beobachtet. Foto: jazyk

Gustorf Hülchrath ist für Lastwagen gesperrt, Hemmerden ebenso und Noithausen bereits seit langem. Künftig sollen auch die beiden Dörfer Gustorf und Gindorf vom Lkw-Verkehr nicht mehr belastet werden. Das fordert Hubert Rütten, Vorsitzender der örtlichen Christdemokraten, in einem am Montag formulierten Antrag für die November-Sitzung des Stadtrates.

Er möchte die Lastwagen, die täglich zwischen Grevenbroich und Bedburg pendeln, von der Landstraße 116 verbannen. Der Unterschied zu Hülchrath, Hemmerden und Noithausen: die L 116 führt nicht mitten durch die Ortschaften, sondern mit Abstand daran vorbei.

Info
Luftreinhalteplan
Nach Informationen der Bezirksregierung Düsseldorf soll voraussichtlich 2008 ein Luftreinhalteplan in Kraft treten. Er umfasst weitergehende Maßnahmen als der Aktionsplan. Hierbei wird auch die so genannte Hintergrundbelastung berücksichtigt, zu der auch der Straßenverkehr zählt.

„Dennoch haben die Gustorfer und Gindorfer unter dem Lastverkehr zu leiden“, meint Rütten mit einem Blick auf die aktuellen Ergebnisse der Luftmessanlage an der St.-Leonhardt-Straße: „Dort wurden die Feinstaub-Grenzwerte bereits an 44 Tagen in diesem Jahr überschritten.

Da der Tagebau - nach Aussagen von RWE Power - diese Werte nur zu etwa 17 Prozent verursacht, gehen wir davon aus, dass auch der Straßenverkehr für den großen Rest verantwortlich ist - vor allem der Lastverkehr auf der L 116“, so Rütten.

Diese Vermutung sei auch in der vergangenen Woche bei einer Ortsbegehung mit den Vereinsvertretern beider Dörfer geäußert worden: „Dabei wurde mit großer Sorge darauf hingewiesen, dass das Lastwagenaufkommen in jüngster Zeit erheblich zugenommen hat - schätzungsweise sind täglich zwischen 500 und 600 Lkw auf dieser Straße unterwegs“, meint der Ortsverbandsvorsitzende.

Was ihn stört: „Den großen Anteil macht nicht der Zielverkehr aus. Es sind vielmehr die Schwerlaster, die von der Autobahn 46 kommen und über die L 116 in Richtung Bedburg kutschieren, um dort auf die Autobahn 61 in Richtung Koblenz zu fahren. Nur um die 15 Kilometer Umweg über Wanlo und Jackerath einzusparen“, ereifert sich Hubert Rütten.

Vor diesem Hintergrund gibt es für ihn nur eine Maßnahme: „Die Stadtverwaltung soll sich um ein Fahrverbot für den Lkw-Durchgangsverkehr kümmern. Ersatzweise könnte die Landstraße 116 aber auch zu einer mautpflichtigen Strecke erklärt werden“, so Rütten gegenüber der NGZ. Ob solche Maßnahmen auf der L 116 ohne weiteres möglich sind, konnte am Montag nicht geklärt werden.

„So etwas ist in unserem Hause noch kein gängiges Thema“, meinte Hans Peter Schröder, Sprecher der Bezirksregierung Düsseldorf. Im Laufe der Woche will er sich jedoch um Aufklärung bemühen. Die Stadtverwaltung indes ist zurzeit nicht zu einer Stellungnahme bereit: „Schließlich ist der Antrag noch nicht im Rathaus eingegangen“, betonte Sprecher Norbert Häke.

Er geht jedoch davon aus, dass der Rat das Begehren aus Gustorf-Gindorf an den zuständigen Bauausschuss verweisen wird: „Dort wird man dann darüber zu befinden haben.“

Quelle: NGZ


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