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Grevenbroich: Schlossbad contra Schlossbad

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 11.03.2008 - 21:37

Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich „Badespaß für die ganze Familie“ - das verspricht das neue Schlossbad. Kinder-, Freizeit-, Außen- und Sportbecken, ein Wasser- und Matschspielplatz sowie ein 80 Meter langer Wildwasser-Kanal sollen für gute Laune bei jedem Wetter sorgen.

Alltag im Grevenbroicher Schlossbad : Nach den großen Leckagen im Vorjahr werden die Rohre des Freibades zurzeit erneuert.  Foto: M. Reuter
Alltag im Grevenbroicher Schlossbad : Nach den großen Leckagen im Vorjahr werden die Rohre des Freibades zurzeit erneuert. Foto: M. Reuter

Eine schöne Vision für Grevenbroich? Keineswegs. Denn dieses Schlossbad gibt es bereits: In Wickrath, etwa 15 Kilometer vor den Toren der Stadt, wurde die neue Freizeitstätte erst vor wenigen Wochen eröffnet. „Seitdem brummt der Laden“, weiß Helmut Marmann von der Niederrheinischen Versorgung und Verkehr AG (NVV), die sieben Millionen Euro investierte, um das ehemalige kommunale Bad auf Vordermann zu bringen. Offizieller Titel des Familien-Paradieses: „Schlossbad Niederrhein“.

„Eines hatte für uns oberste Priorität: Nach den verhagelten Sommern wollten wir eine Freizeitstätte schaffen, die von Eltern mit Kindern auch bei schlechtem Wetter genutzt werden kann“, erläutert Marmann. Dieser Spagat ist gelungen - etwa mit einem 250 Quadratmeter großen Hallenbad, das über eine direkte Verbindung in ein 104 Quadratmeter großes Ganzjahresbecken führt.

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Täglich geöffnet

Insgesamt bietet das „Schlossbad Niederrhein“ in Wickrath sieben Becken inklusive Frei- und Hallenbad. Zum Angebot hört auch ein Gastronomiebetrieb. Der Freizeitbereich des Bades ist montags bis sonntags in der Zeit von 10 bis 21 Uhr geöffnet.

Sportlich ambitionierte Schwimmer finden im Außenbereich ein Sprungbecken mit Fünf-, Drei- und Ein-Meter-Sprungtürmen vor, für Sonnenanbeter ist das 256 Quadratmeter große Freibad an der Liegewiese bestimmt. „Hauptattraktion ist aber unser Wildwasser-Kanal, der große und kleine Besucher gleichermaßen begeistert“, betont Marmann. Mit den Besucherzahlen ist er zufrieden: In der Spitze wurden täglich 1800 Badegäste gezählt.

„Noch hatten wir keine Werbung nötig - doch im Frühsommer werden wir darin einsteigen“, erläutert der NVV-Mann. Fest im Visier des Versorgungs-Unternehmens, das auch Strom für die „Bundeshauptstadt der Energie“ liefert, sind die Badegäste aus Grevenbroich: „Schon alleine aus historischen Gründen“, meint Marmann. Schließlich gehörte Wickrath vor 1975 zum alten Kreis Grevenbroich.Voraussichtlich schon ab 2009 wird die Stadt Bedburg ebenfalls um die Schwimmer aus ihren Nachbarkommunen buhlen.

In Kaster, gleich vor den Toren Grevenbroichs, startet im Spätsommer/Herbst der Bau eines Sport-, Gesundheits- und Wellnessbades. Das Rengsdorfer Unternehmen „Monte Mare“ wird im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft auf einem 40 000 Quadratmeter großen Gelände zwischen 15 und 18 Millionen Euro investieren.

„Da es mit der interkommunalen Zusammenarbeit mit Grevenbroich nicht funktioniert hat, gehe ich davon aus, dass uns einige Gäste aus der Nachbarstadt besuchen werden“, meint Bürgermeister Gunnar Koerdt. Gelockt wird künftig mit einem 25-Meter-Becken, einem Nichtschwimmer- und Kleinkinderbecken sowie mit einem Gesundheits- und Wellness-Bereich.

Und Grevenbroich? Hier steht es - offiziell - noch nicht fest, ob das Schlossbad saniert oder abgerissen und neugebaut werden soll. Ein eigens gegründeter Bäderausschuss beschäftigt sich seit Monaten mit dieser Frage, angeblich soll bereits ein Gutachten vorliegen.

Dazu will Josef Theisen (CDU), Vorsitzender dieses Gremiums, jedoch noch keine Stellung beziehen: „Ich gehe davon aus, dass der Ausschuss in Kürze öffentlich tagen wird, dann werden Ergebnisse vorgestellt.“ Übrigens: Bürgermeister Dr. Axel Prümm hat mit Vertretern der Stadtwerke Neuss und der NVV gesprochen. Ziel: Die Versorger sollen einen Busverkehr ab Grevenbroich zu ihren Schwimmbädern einrichten, „um unseren Bürgern einen leichten Zugang zu den Freizeitstätten zu verschaffen“, wie Prümm meint. Der Vorschlag wird zurzeit überprüft.

Quelle: NGZ

 
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