Grevenbroich (NGZ). Als Heimatforscher hat er sich längst einen Namen gemacht: Hans-Dieter Schlangen veröffentlichte bereits mehrere Bücher zur Lokalhistorie. Im Zuge seiner Recherchen fand er heraus: Das legendäre "Schmetz Backes" lag in Elsen.
Heimatforschung – das interessiert Hans-Dieter Schlangen bereits seit seiner Kindheit. "Schon damals bei den Pfadfindern hat mich das unheimlich fasziniert", erzählt der 63-Jährige, der in Morken-Harff nahe Bedburg aufwuchs. Doch erst nachdem sein Heimatort dem Braunkohleabbau zum Opfer fiel und Schlangen mit seiner Frau Wilma nach Elsen umsiedelte, wurde aus der Faszination eine richtige Leidenschaft.
Denn in der Stephanus-Pfarre traf er auf zumeist ältere Bürger, die ihm Geschichten über ihre Familien und das Leben im alten Dorf erzählten. "Dann habe ich festgestellt, dass all das nirgendwo richtig aufgeschrieben war", erklärt Schlangen. Also kündigte er an, sich eben selbst darum kümmern zu wollen. 1994 präsentierte Schlangen dann mit "Elsen und Fürth im Wandel der Zeit" sein erstes Buch, das im Dorf und darüber hinaus auf ungeteilte Begeisterung stieß.
Hans-Dieter Schlangen
Hans-Dieter Schlangen wurde 1946 in Düsseldorf geboren, lebte in Morken-Harff und zog 1972 nach Elsen. Beruflich war er als Leiter Zulassungsstelle des Kreises engagiert, heute ist er im Vorruhestand. Schlangen ist seit 1972 Mitglied der Kirmesgesellschaft Elsen, er gehört dem Zug Fürther Jonge und dem Grevenbroicher Jägerzug Jröne Jonge an.
In seinem Buch beschrieb er nicht nur, wie sich seine neue Heimat im Laufe der Jahrhunderte verändert hat. Hans-Dieter Schlangen fand auch heraus, dass die bekannte rheinische Redewendung "Do musste eech an Schmetz Backes vorbee" möglicherweise ihre Ursprünge in Elsen gehabt hat. "Gegenüber der heutigen Pizzeria war eine Schmiede, in der kräftige Burschen an der Esse arbeiteten – also an Schmetz Backes", erläutert der Heimatforscher. Und diese Schmiede musste die männliche Jugend aus den umliegenden Orten vorbei, wenn sie zum Tanzen nach Elsen wollte. Und dabei soll sich so mancher ein blaues Auge von den muskelbepackten Schmiede-Buben eingehandelt haben.
Auf den ersten Erfolg folgte 1997 sein Werk zur Eisenbahngeschichte, das sich mit dem Bau der Strecke Düren–Neuss auseinandersetzte. "In unserer Familie gibt es viele Eisenbahner, so dass das ein reizvolles Thema war", erinnert sich Hans-Dieter Schlangen. Dieses Buch erwies sich förmlich als "Bestseller", alle Exemplare wurden verkauft. Der dritte Band thematisierte 2000 die Postgeschichte, drei Jahre später befasste sich Schlangen mit der Historie der rheinischen Zuckerindustrie. Hier beschäftigte sich der Elsener mit der Herkunft des süßen Rohstoffs ebenso wie mit den ehemaligen und den noch existierenden Zuckerfabriken.
Sein nächstes Buch ist bereits in Arbeit: "Ich erforsche derzeit die Geschichte der alten Grevenbroicher Ziegeleien. Zehn Stück gab es früher im Stadtgebiet, noch heute zeugen einige Straßennamen davon", erläutert der 63-Jährige. Interessant: Für den Bau der VAW-Aluminiumhütte wurde seinerzeit ein eigenes Ziegelwerk errichtet.
"Es läuft ganz gut", erklärt der Heimatfreund Hans-Dieter Schlangen. Er rechnet damit, dass er im Laufe des Jahres so viele Informationen zusammengetragen hat, dass er die Recherchen beenden kann. "Dann muss das natürlich noch alles ausgewertet werden, bis ich mich an die Tastatur setze", betont er. Hans-Dieter Schlangen rechnet damit, dass sein nächstes Geschichtsbuch spätestens in zwei Jahren erscheinen wird.
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