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Grevenbroich: Schutz-Zone fürs Schloss

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 16.04.2008 - 21:30

Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich Pläne für das Umfeld des Alten Schlosses wurden schon häufig geschmiedet. Besserverdiener sollten dort - nach den Vorstellungen der FDP - ihren Traum vom City-nahen Wohnen verwirklichen. Und der Bürgermeister wollte im Schatten der historischen Keimzelle Grevenbroichs gar ein Hotel ansiedeln.

Der in Grün umrandete Bereich markiert die geplante Denkmalschutz-Zone rund um das Alte Schloss. Mit einbezogen sind unter anderem das Stadion und das Schwimmbad. Außerhalb der Grenze liegen die Alte Feuerwache und Kampers Mühle.  Foto: H. Coenen
Der in Grün umrandete Bereich markiert die geplante Denkmalschutz-Zone rund um das Alte Schloss. Mit einbezogen sind unter anderem das Stadion und das Schwimmbad. Außerhalb der Grenze liegen die Alte Feuerwache und Kampers Mühle. Foto: H. Coenen

Solche und ähnliche Vorhaben dürften künftig nur schwer zu verwirklichen sein. Denn das Gelände rund um das Schloss wird unter Denkmalschutz gestellt. Mit dem Thema befassten sich gestern die Mitglieder des Arbeitskreises Denkmalschutz, die wie immer hinter geschlossenen Türen tagten.

Nach Informationen der NGZ umfasst das zu schützende Gelände neben dem Schloss auch das Stadion mitsamt den angrenzenden Gebäuden sowie das Hallen- und Freibad. Wie Planungsdezernent Werner Hoffmann in einer Vorlage für den Arbeitskreis deutlich macht, seien bereits Gespräche mit den am Schloss ansässigen Sportvereinen geführt worden.

„Turnklub, Kanuclub und Tennisclub erklärten, dass sie keine Bauabsichten in absehbarer Zeit hätten“, so Hoffmann. Anders TuS-Präsident Lothar Zimmermann: Er signalisierte der Stadtverwaltung schriftlich, dass die Fußballer planen, ihr mittlerweile 40 Jahre altes Vereinsheim abzureißen, um es an anderer Stelle wieder neu aufzubauen - voraussichtlich im Bereich zwischen der Stadionbühne und der Turnhalle.

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„Eine über Jahrhunderte gewachsene Kernzone“

In einem Antrag an die Stadt Grevenbroich argumentiert das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege wie folgt für die Unterschutzstellung des Schloss-Umfeldes: „Die historische Situation des Schlosses in der Landschaft ist mit einer Aufmerksamkeit vor Ort nachvollziehbar. Gräben, Teiche und Freiflächen ergeben trotz unsensibel platzierter Neubauten (Stadion, Turnhalle, Hallenbad und Freibad sowie zweier Wohnhäuser) noch immer die Ahnung einer ehemaligen Sondersituation um den hochragenden Bau des mittelalterlichen Palas. Jede weitere Bebauung im historischen Umfeld trägt zur Zerstörung der über Jahrhunderte gewachsenen städtebaulichen Kernzone von Grevenbroich bei und beeinträchtigt in erheblichem Maße deren Anschaulichkeit.“


„Um alle Optionen offen zu halten“, schlug Vereins-Chef Zimmermann vor, das TuS-Heim, die Turnhalle, den Faustball-Ascheplatz und die Tribüne nicht mit in den Denkmalschutz-Bereich aufzunehmen. Vergeblich.

Denn das Rheinische Amt für Denkmalpflege (RAD) besteht darauf, das gesamte Gelände bis zum Flutgraben in den Denkmalbereich aufzunehmen. Probleme erwartet Werner Hoffmann hier offensichtlich nicht: Die Denkmalschützerin Dr. Helmtrud Köhren-Jansen habe erklärt, dass sie einem solchen Neubau „grundsätzlich zustimmen würde“, heißt es in seiner Vorlage für den Arbeitskreis.

Gleiches gelte für das Schlossbad: Auch hier sei mit der Zustimmung des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege zu rechnen - „sowohl ein Neubau als auch eine Sanierung der bestehenden Anlage werden akzeptiert“, so der Technische Beigeordnete. Ein Gutachter habe dem RAD bereits entsprechende Entwürfe vorgelegt.

Das Alte Schloss mitsamt Torbogen und Haus Hartmann steht bereits seit den 1980er Jahren unter Denkmalschutz. Nun will das Rheinische Amt für Denkmalpflege einen Schritt weiter gehen und auch das Umfeld für die Nachwelt schützen.

Was das Areal für die Konservatoren so interessant macht: „Das Schloss war die Keimzelle der Stadt. Wer die historische Entwicklung Grevenbroichs am Gelände ablesen will, braucht diese Freiflächen. Von daher ist es wichtig, dieses gesamte Areal von einer Bebauung freizuhalten.“

Das Schloss hatte einst einen massiven Wehr-Charakter und ließ sich nur durch ein großes Schussfeld verteidigen - diesen Bereich wollen die Denkmalschützer freihalten. Streng genommen würden in dieses Areal weder das Stadion noch das Schlossbad passen. Doch: „Diese Einrichtungen genießen Bestandsschutz“, erklärt Köhren-Jansen. Oder anders ausgedrückt: An diesen Gebäuden will der Denkmalschutz auch künftig nicht rütteln.

Quelle: NGZ


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