Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich 6 000 Museen gibt es in Deutschland. Allesamt präsentierten sie sich gestern beim „Internationalen Museumstag“ der Öffentlichkeit unter dem Motto „Museen und junge Besucher“.
Doch kaum eines der Kulturinstitute war wohl derart nah am Thema wie das Grevenbroicher Museum Villa Erckens. Dort hatten junge und alte Besucher gestern die Chance, Einblick in die Ausstellung „50 Jahre Bravo - eine Zeitreise durch 50 Jahre Jugendkultur“ zu bekommen.
Die „alte Tante“ Bravo bekam dabei auch Besuch von einem noch recht jungen Jugendmagazin, das seit zwei Monaten vom Neusser Zeitungsverlag rausgegeben wird. „Scoop“ heißt das Magazin, das Anfang Juni wieder an vielen Stellen im Rhein-Kreis an Jugendliche verteilt wird und das sich gestern mit allerlei kleinen Präsenten im Museum Villa Erckens präsentierte.
50 Jahre Jugendkultur - zusätzlich zur Zeitreise durch die Jahrzehnte bot der Museumstag in der Villa Erckens auch noch den Bezug zum Jahr 2006 in Form zweier musikalischer Beiträge. Am Vormittag spielte die Grevenbroicher HipHop-Formation „Ovage“ vom Jugendtreff St. Josef. Sie trat mit einer Breakdance-Performance auf.
Am Nachmittag wurde es dann gewaltig laut in den ehrwürdigen Hallen. Die Punkrocker von „Tetrapunk“ drehten ihre Verstärker bis zum Anschlag auf.
Zwar waren vorher die Bilder von der Wand genommen worden. Geschubst und wild gezappelt wurde dennoch nicht beim musikalisch wilden Auftritt der Schüler vom Erasmus-Gymnasium. Selbst künstlerisch aktiv werden konnten Besucher in der unteren Etage bei der freiberuflich tätigen Kunstpädagogin Jana Versuemer.
Sie bot einen Starschnitt-Workshop an. Im Stile von Warhol konnten kleine (und große) Besucher selbst Hand an ihren Star anlegen und ihn so colorieren, wie sie ihn gerne sähen. Das Angebot wurde zuhauf genutzt. Etwa von Alexander Frings (10) aus Grevenbroich, der Eminem ganz nach seiner Fasson ausmalte. Der US-Rapper rangierte in Grevenbroich auf der Beliebtheitsliste der ausgemalten Stars ganz oben vor Kelly Clarkson und Bill von Tokio Hotel.
Mit den Ergebnissen des Tages zufrieden waren auch die Ausstellungsmacher des Aktionstag im Museum. „Angesichts der großen Konkurrenz auf Grevenbroicher Stadtgebiet ist die Besucherzahl heute akzeptabel“, bilanzierte Stadtarchivar Thomas Wolff.
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