Grevenbroich (NGZO). Der Bau eines großen Seniorenheims im Grönland-Viertel ist vom Rat gekippt worden. Die Mehrheit befand einen Block mit drei Etagen und einem Staffelgeschoss als zu wuchtig für das Wohngebiet an der Mathias-Esser-Straße. Zwei Geschosse würden ausreichen, hieß es. Lediglich SPD, Grüne und Freie Bürger/Die Linke stimmten für die vorgesehene Bebauung.
Was überraschte: Im Planungsausschuss hatte sich noch eine Mehrheit für die vorgesehene Größe des Hauses ausgesprochen – allen voran die FDP. Das stieß auf die Kritik von Ratsfrau Martina Suermann (SPD), die dem liberalen Planungspolitiker Karl-Heinz Wolf vorwarf, sich seit der Sitzung des Fachausschusses wie ein Fähnchen im Wind gedreht zu haben. Wolf konterte: "Sie können mich nicht daran hindern, klüger zu werden."
Von vornherein hatte die CDU dieses Projekt abgelehnt: "Weil eine dreigeschossige Bebauung nicht in diese Gegend passt", argumentierte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Edgar Uebber. Ähnlich äußerten sich die Vertreter von UWG und den Aktiven Bürgern.
Nach dem Ratsbeschluss bleibt der derzeit aktuelle Bebauungsplan bestehen. Er sieht an der Mathias-Esser-Straße lediglich eine zweigeschossige Bebauung vor. Der Investor des Seniorenheims – die Firma "Care Center Invest" aus Hannover – plante auf drei Etagen und einem Staffelgeschoss insgesamt 80 Einzelzimmer. Rechnet sich für ihn auch eine kleinere Variante? "Wir haben ihm den Ratsbeschluss übermittelt. Jetzt will der Investor überprüfen, ob er mit einem zweigeschossigen Bau auskommt", erklärte Michael Nowack vom Bauverein, der Eigentümer des Geländes ist. Ein Sprecher von "Care Center Invest" konnte am Freitag nicht für eine Stellungnahme erreicht werden.
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