Grevenbroich (NGZ). Die Grundschule "Erftaue" ist mit 2,4 Millionen Euro das größte Schul-Bauprojekt in der Stadt. Bis Sommer 2011 wird das Gebäude um einen Anbau erweitert und modernisiert – für behinderte Kinder wird die Schule barrierefrei.
Hinter dem Bauzaun an der Hünseler Straße laufen die Vorbereitungen für das aktuell größte Schul-Bauprojekt in der Stadt: Für 2,4 Millionen Euro wird das Gebäude um einen Anbau erweitert, werden die Klassenräume modernisiert und der Verwaltungstrakt vergrößert. Bis Sommer 2011 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein; dann wird endgültig der Dependance-Betrieb "Auf dem Wiler" aufgegeben werden. Eine Perspektive, die der Umbau bietet: "Das Gebäude wird barrierefrei", sagt Dirk Schwarz, Leiter des Fachbereichs Gebäude-Management.
Rund 170 000 Euro werden in den Neubau fließen, rund 70 000 Euro sind für die Sanierung veranschlagt. Ob dies aber den realen verbauten Kosten entsprechen wird, können Dezernent Claus Robertz und Dirk Schwarz heute nur vermuten, denn: "Es handelt sich um die Summe, die vor zwei Jahren in den Etat eingestellt wurden." Eine Veränderung der Baukosten sei zumindest möglich.
Integrative Klassen
Integrative Klasse – Unterricht von Schülern mit und ohne Behinderung – gibt es etwa in der Stadtmitte und in Wevelinghoven. Seit 2006/7 wird an der Katholischen Hauptschule (KHS) im Verbund gelernt; das Motto: So viel gemeinsame Erfahrung und gemeinsames Lernen wie möglich.
Zum Sommer 2011 soll das neue Gesicht der Grundschule "Erftaue" fertig sein: Vor das heutige Schulgebäude mit dem Haupteingang wird ein Anbau vorgelagert. Sobald dieser fertig gestellt ist, werden die Kinder dort unterrichtet. Dann können die bestehenden Räume saniert werden; außerdem wird der Verwaltungsbereich vergrößert. Nach Plänen der Werkgemeinschaft Quasten und Berger werden im Erdgeschoss Mehrzweck- und Computerräume sowie ein Forum realisiert; im Obergeschoss sind die Unterrichtsräume zu finden. Günstig für die Planer: "Das bestehende Treppenhaus und die Flure werden integriert", so Dirk Schwarz.
Mehr Platz für die Räume bedeutet gleichzeitig weniger Platz auf dem Außengelände: "Bei der Größe des Areals stellt dies kein Problem dar; es ist so großzügig bemessen, dass wir damit über allen erforderlichen Norm-Werten liegen", erläutert Schwarz.
Im Zuge der Bauarbeitern werden die unterschiedlichen Ebenen im Gebäude über behindertengerechte Rampen verbunden, so Schwarz: "Dies ist eine gute Gelegenheit, um eine barrierefreie Schule zu schaffen. Jede Nachrüstung würde deutlich teurer werden und auch sofort auffallen." Ein einheitliches Erscheinungsbild des Schulgebäudes – das ist für Bürgermeisterin Ursula Kwasny aus Gründen der Gleichbehandlung ein wichtiger Aspekt: "So wird bereits am Schulgebäude deutlich, dass die behinderten Kinder dazu gehören."
Aktuell werden in der "Erftaue" zwar noch keine Schüler mit Behinderung unterrichtet. Doch dies könnte sich ändern. Davon ist Franz-Peter Hermanns, ehemaliger Leiter der Martin-Luther-King-Förderschule, überzeugt: "Gerade wenn immer mehr kleinere Grundschulen zusammen gelegt werden, wird der integrative Unterricht zu einem Thema."
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