Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich Bernhard Pollmeyer heißt der Hoffnungsträger der SPD. Mit dem 53 Jahre alten Wevelinghovener wollen die Sozialdemokraten den Chefsessel im Rathaus wieder erobern. Pollmeyer wurde am Donnerstag Abend einstimmig vom Stadtverbands-Vorstand nominiert, die Wahl zum Spitzenkandidaten soll im Herbst erfolgen. Am Freitag stellte sich der Vater von zwei erwachsenen Söhnen erstmals der Öffentlichkeit vor.
Bernhard Pollmeyer und Ratsherr Horst Gerbrandt sind quasi Nachbarn, beide wohnen am Böhnerfeld und kennen sich seit einigen Jahren. „So kam der Kontakt zustande, seit Karnevals-Freitag stehen wir im Gespräch“, verrät Parteichef Klaus Krützen. Jetzt, nach der Nominierung, gelte es, den Kandidaten in Grevenbroich bekannt zu machen: „Wir haben zehn Monate Zeit - das reicht aus“, so Krützen.
Für Pollmeyer, der als Landesschlichter in den Diensten von NRW-Minister Karl-Josef Laumann steht, ist das Bürgermeisteramt „eine große berufliche Herausforderung“ - und reizvoll zugleich: „Weil es Gestaltungsmöglichkeiten in vielen Handlungsfeldern mit sich bringt. Arbeitsmarkt, Verkehr, Umwelt, Schule, Sport - diese und andere Politikfelder können auf kommunaler Ebene konkret ausgestaltet und mit der Gesamtinteressenlage der Stadt verzahnt werden“, meint er.
Der gebürtige Westfale, der seit elf Jahren in Wevelinghoven lebt, möchte Politik für Familien und Kinder machen, bürgerschaftliches Engagement in Nachbarschaft und Vereinen fördern: „Wo, wenn nicht auf kommunaler Ebene, werden dafür die Weichen gestellt?“
Bernhard Pollmeyer versteht sich als Teamspieler, „weil man im Team die beste Leistung erzielt“. Das gelte für das Zusammenspiel der Fraktionen in Rat und Ausschüssen ebenso wie für die Zusammenarbeit von Rat und Verwaltung. Er sehe sich als Moderator des Rates und als Chef der Verwaltung mit kooperativem Führungsstil.
Unbeleckt in Sachen Politik ist der Wevelinghovener nicht: Er begann in den 70er Jahren als Ratsmitglied in der 25 000-Einwohner-Stadt Harsewinkel, arbeitete später politisch auf Bundes- und Landesebene. „Er weiß, dass für Mehrheiten gestritten werden darf“, meint Fraktionschef Edmund Feuster.
Bernhard Pollmeyer will sich nun in Grevenbroich bekannt machen. Er möchte in den nächsten Wochen Vereine und Betriebe besuchen, will wissen, „wo den Leuten der Schuh drückt“. Diese Informationen sollen in das Wahlkampf-Programm der SPD einfließen, an dem derzeit noch gefeilt wird.
Für Edmund Feuster ist der 53-Jährige der richtige Kandidat: „In Grevenbroich ist es an der Zeit, dass wieder mehr über Inhalte und Zukunftsperspektiven gesprochen wird. Der betriebene Personenkult muss ein Ende haben.“
Bernhard Pollmeyer ist entschlossen, das Rathaus für die SPD zurückzuerobern: „Ich bin kein Zählkandidat, sondern sehe eine echte Chance“, meint er selbstbewusst.
Er will ein Bürgermeister für alle Wähler sein, unabhängig von ihrer parteipolitischen Präferenz: „Ich unterstütze jedes bürgerschaftliche Engagement - egal, ob es von Parteien oder freien Gruppierungen getragen wird“, unterstreicht er. Der von Querelen geschüttelten CDU könne er als Landesschlichter jedoch nicht helfen - „aussichtslos“.
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