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Grevenbroich: Stadt checkt Spar-Laternen

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 17.03.2010 - 10:22

Grevenbroich (NGZ). Teure Laternen: Auf den Grevenbroicher Straßen werden jährlich mehr als drei Millionen Kilowattstunden Strom verbraucht. Um bares Geld zu sparen, prüft die Stadtverwaltung nun mehrere Energiespar-Modelle.

Die Straßenlaternen verbrauchen jährlich mehr als drei Millionen Kilowattstunden Strom. Die Stadt checkt Sparmöglichkeiten. Foto: Archiv M. Reuter

Wenn's dunkel wird, gehen auf den Straßen die Laternen an. Das ist eine Selbstverständlichkeit, die ordentlich ins Kontor der Stadt schlägt. "Im Jahr verbrauchen die 8236 Lampen in Grevenbroich etwa 3,2 Millionen Kilowattstunden Energie – und das kostet", sagt Bourzo Dehkordi vom städtischen Planungsamt. In diesem Sektor kann die Verwaltung sparen, meinen die Ratspolitiker. Die Stadt startet daher jetzt einen Check, sie wird mehrere Modelle zur Senkung ihrer Energiekosten überprüfen. Folgende Möglichkeiten werden unter die Lupe genommen:

Bewegungsmelder: Die Laternen werden mit Steuerungssensoren ausgerüstet. Der Vorteil: Das Licht wird erst dann eingeschaltet, wenn Fußgänger in der Nähe sind, das spart Geld. Der Nachteil: "Unsere herkömmlichen Lampen brauchen eine Vorlaufzeit, sie müssen erst warm werden, bevor sie leuchten. Ein Bewegungsmelder würde sie zerstören", meint Dehkordi.

Info

Straßenlaternen

Rund 8050 Straßenlaternen stehen in der Stadt. Die Niederrheinische Versorgung und Verkehr (NVV) ist Besitzerin des größten Teils des Beleuchtungsnetzes – mit 6040 Laternen. Die Stadt zahlt dafür eine Pauschale von rund 1,5 Millionen Euro im Jahr. Im nördlichen Stadtgebiet ist das Netz in städtischer Hand.

Dial4Light: Mit dieser Technik lassen sich Straßenlaternen nur per Handy-SMS einschalten. Vorreiter dieses Prinzips ist die 9000-Einwohner-Gemeinde Dörentrup. Der Vorteil: Die Kommune konnte in der Vergangenheit erhebliche Energiekosten einsparen. Der Nachteil: "Ältere Menschen, die kein Handy haben, werden benachteiligt", erklärt Bourzo Dehkordi.

Leuchtdioden: Die Straßenlampen werden auf die LED-Technik umgestellt. Der Vorteil: hohe Lichtausbeute, lange Lebensdauer, geringe Energiekosten. Der Nachteil: "Die Umrüstung ist teuer. Zum Vergleich: Ein LED-Leuchtkopf kostet 700 Euro, ein herkömmlicher etwa 100 Euro", betont Bourzo Dehkordi.

Weniger Spannung: Die Stromspannung der Laternen wird von 220 auf 190 Volt reduziert. Der Vorteil: Energieeinsparungen von bis zu 30 Prozent. Der Nachteil: "Wir benötigen dafür mehrere Steuerungsgeräte, deren Stückpreis zwischen 10 000 und 15 000 Euro liegt", meint der Verwaltungsmann.

Austausch: Die Stadt tauscht ihre verbliebenen 1222 alten Quecksilberdampflampen (80 bis 125 Watt) gegen energiesparende Natriumdampfhochdrucklampen (50 Watt) aus. "Die Quecksilber-Laternen müssen ohnehin bis 2014 aus dem Verkehr gezogen werden", betont Bourzo Dehkordi. Der Vorteil aus seiner Sicht: "Dafür gibt es 25-prozentige Zuschüsse vom Bund."

Die Stadtverwaltung wird den Laternen-Check am Donnerstagabend (18 Uhr, Bernardussaal) den Mitgliedern des Bauausschusses vorstellen. "Wir werden Empfehlungen aussprechen", betont Dehkordi: "Welcher Weg in Sachen Energiesparen in dieser Stadt letztendlich eingeschlagen wird, darüber muss die Politik entscheiden."

Quelle: NGZ

 
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