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Grevenbroich: Stadt fordert S-Bahn statt RB 38

VON CARSTEN SOMMERFELD - zuletzt aktualisiert: 23.04.2010 - 21:48

Grevenbroich (NGZ). Immer wieder steht die Regionalbahn 38 wegen Verspätungen und Überfüllung in der Kritik. Die Stadt macht sich weiter für eine leistungsfähige S-Bahn stark – trotz etlicher Hürden. Auch im Erft-Kreis gibt's neue Anstöße.

Bislang verkehren Dieseltriebzüge auf der RB 38. Die Stadt setzt sich für eine leistungsfähigere S-Bahn ein – doch die Hürden sind hoch.  Foto:  M. reuter
Bislang verkehren Dieseltriebzüge auf der RB 38. Die Stadt setzt sich für eine leistungsfähigere S-Bahn ein – doch die Hürden sind hoch. Foto: M. reuter

Die Deutsche Bahn hat nach Kritik vieler Fahrgäste auf der RB 38 zwischen Düsseldorf und Horrem/Köln einige Züge verlängert – doch richtig rund scheint's nicht zu laufen. "Als wir vor dem Bahnhof Wahlkampf-Flyer verteilten, war gerade ein Zug ausgefallen, wir stießen auf ärgerliche Fahrgäste. Die Bahn sollte für ausreichend Züge sorgen", sagt SPD-Landtagskandidat Edmund Feuster. Die Kritik an der RB 38 währt seit Jahren, eine Lösung könnte die Umwandlung in eine S-Bahn sein – schnell, geräumig, mit mehr Fahrten.

Darüber diskutiert wird seit langem, nun gibt's einen neuen Anstoß – im Rhein-Erft-Kreis. Feusters "Kollege" dort, SPD-Landtagskandidat Guido van den Berg, stellte unter dem Motto "Vision 2025" Überlegungen für eine alle 20 Minuten verkehrende S-Bahn von Köln über Bedburg und Grevenbroich vor. "2011 wird der Schienennahverkehrsplan im Verkehrsverbund Rhein-Sieg fortgeschrieben, die Chance sollten wir nutzen", sagt er.

Info

Fahrgastzahlen

Eine S-Bahn könnte die Fahrgastzahlen auf der heutigen RB 38 zwischen Düsseldorf und Horrem beziehungsweise Köln steigen lassen. Bei Berechnungen 2004 schätzt das Land, dass täglich 13 600 Menschen die S-Bahn benutzen würden. Das wären 6400 mehr als auf der RB 38.

Im Grevenbroicher Rathaus dürfte solche "Schützenhilfe" gern gehört werden. "Wir setzen uns seit 15 Jahren für die S-Bahn ein", betont Technischer Beigeordneter Werner Hoffmann. "Sie wäre ein wichtiger Standortfaktor, würde eine attraktive Verbindung zu den Wirtschaftsmetropolen Köln und Düsseldorf mit ihren Flughäfen schaffen." Auch Feuster will sich im Landtag dafür einsetzen, "doch von heute auf morgen lässt sich dies nicht umsetzen". Und CDU-Landtagskandidat Wiljo Wimmer meint: "Wenn die S-Bahn zu einer besseren Versorgung führt, ist sie zu begrüßen. Aber das Projekt steht unter dem Vorbehalt der Finanzierung."

Genau da liegt der Haken: Für die S-Bahn muss die Strecke erst elektrifiziert werden, müssen beschrankte Bahnübergänge beseitigt werden. Kostenpunkt nach Berechnungen 2004: 49 Millionen Euro – ohne die Betriebskosten: Im NRW-Bedarfsplan Schiene rangiert die Bahn lediglich in der Stufe zwei – als Vorhaben für nach 2015. "Die S-Bahn ist eine alte Forderung des Kreises, aber aufgrund der finanziellen Situation zurzeit wohl nicht zu realisieren", schätzt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr in Gelsenkirchen heißt es, dass diese S-Bahn zurzeit "nicht auf der Agenda" stehe. "Der Bund hat die Regionalisierungsmittel gekürzt. Da geht es vor allem darum, bestehende Kapazitäten zu sichern", so Sprecherin Sabine Tkatzik.

Werner Hoffmann weiß, dass das Projekt "ohne finanzielle Beteiligung der Kommunen nicht realisierbar ist", aber er will nicht locker lassen: "Wir werden uns weiter einsetzen und uns bemühen, dass die Strecke in den neuen Regionalplan der Bezirksregierung aufgenommen wird. Wir wollen auch mit Landesverkehrsminister Lutz Lienenkämper über das Thema sprechen."

Quelle: NGZ


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