Grevenbroich (NGZ). Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe (WGV) haben mehrere Bäume zwischen dem Alten Schloss und dem Kolk der Kampers-Mühle gefällt. Aus gutem Grund: Den Spaziergängern soll auf diese Weise wieder freie Sicht auf die Erft gegeben werden.
Einige Umweltfreunde, die sich am Mittwoch in der NGZ-Redaktion meldeten, bringt diese Aktion auf die Palme. Denn in dem kleinen Stück Natur gehen langsam aber sicher etliche Wildpflanzen ein. Buschwindröschen, Veilchen und Brennnesseln lassen die Köpfe hängen und verkümmern. "Sollte die Stadtverwaltung dort etwa Gift eingesetzt haben?", fragte ein Leser.
Die Antwort: Ja. Wie Rathaussprecher Andreas Sterken auf Anfrage erklärte, sei dort mit dem Herbizid "Roundup" gespritzt worden: "So wird das im gesamten Gartenschaugelände gehandhabt, um der Brennnessel Herr zu werden."
Jetzt, kurz nach dem Austrieb, sei das beste Ergebnis zu erzielen. "Mit geringem Spritzmitteleinsatz erreicht man die gesamte Pflanze und bringt sie zum Absterben", erklärt Sterken. Das Problem aus Sicht der Wirtschaftsbetriebe: Durch die freigeschlagene Fläche erhält die Brennnessel noch mehr Licht als zuvor und könnte sich weiter ausbreiten. "Selbst wenn es das Ziel ist, eine kleine wildromantische Grünfläche mit einem kleinen Weg zu schaffen, kommt man um die Bekämpfung mit Chemie nicht herum", meint Sterken: "Denn die Brennnessel wird allgemein als ästhetisch störend empfunden."
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