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Grevenbroich: Stadt sucht neue Hausherren

VON DANIELA BUSCHKAMP - zuletzt aktualisiert: 14.03.2010 - 21:30

Grevenbroich (NGZ). Bei der Verwaltung werden zurzeit alle städtischen Objekte auf Kosten und Wert geprüft – eine Vorbereitung für den externen Berater. Außerdem ist laut Antrag zu untersuchen, welche Gebäude Vereine übernehmen können.

Die Alte Feuerwache (oben m. Juks-Vizechefin Claudia Bodewig) wird für die Jugend saniert. "Nur nutzen", sagt Rainer Willmen (Kunstverein) zur Versandhalle. Foto: NGZ
Die Alte Feuerwache (oben m. Juks-Vizechefin Claudia Bodewig) wird für die Jugend saniert. "Nur nutzen", sagt Rainer Willmen (Kunstverein) zur Versandhalle. Foto: NGZ

Alte Feuerwache, Versandhalle, Haus Neurath oder Erfthalle: Bei der Verwaltung werden derzeit die städtischen Immobilien in den Blick genommen – aus zwei Gründen, wie Claus Ropertz, Dezernent für gebäudemanagement, gegenüber der NGZ erläutert: "Zum einen gibt es einen Antrag aus dem Rat, wonach diese Daten die Grundlage für die Tätigkeit des externen Beraters darstellen werden." Zum anderen habe die Ratsfraktion ,Die Linke/Freie Bürger Grevenbroich' einen Antrag gestellt, einzelne Objekte an Vereine zu übertragen. Das Problem: Sowohl Wert als auch Verbrauchskosten von Gebäuden sind bisher nicht detailliert erfasst (die NGZ berichtete).

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Beispiel Schwimmbad

Zu den städtischenGebäuden, die in Vereinshände übergeben worden, gehört unter anderem das Schwimmbad in Neukirchen. Dies betreibt der TV Jahn Kapellen, ist dabei auf städtische Zuschüsse wegen der hohen Energiekosten angewiesen.

Friedrich Denker, Fraktionschef der "Linken/FBG" will folgendes erreichen: Ähnlich wie beim Schwimmbad in Neukirchen oder beim ehemaligen Freibad in Neurath sollen "Immobilien, die den Haushalt sehr belasten, die aber für Grevenbroicher und Vereine zu gesellschaftlichen Mittelpunkten geworden sind, an Vereine übertragen werden." Im Haus Neurath könnten etwa Dorf- und Schützenverein, in der Alten Feuerwache des BSV Grevenbroich oder in der Versandhalle der Kuhnstverein Grevenbroich neue Hausherren sein.

Eine Idee, die nicht schnell in die Praxis umzusetzen sein wird, wie Claus Ropertz anmerkt; zunächst müsse eine grundlegende Bestandsanalyse erfolgen: "Bevor ein Objekt in Vereinshände übergeben werden kann, müssen wir genau prüfen, in welchem baulichen Zustand es sich befindet, wie hoch die Unterhaltskosten sind und welchen Wert das Objekt darstellt." Nicht immer sei eine Übergabe in Vereinshände zum symbolischen Preis von einem Euro für eine Nothaushaltskommune die ideale Lösung: "Bei manchen Gebäuden würde es sich eher lohnen, sie zu veräußern."

 Foto: NGZ
Foto: NGZ

Doch können und wollen die Vereine überhaupt Hausherren werden? Beispiel Alte Feuerwache: Das sanierungsbedürftige Gebäude wird in dieser Woche inspiziert. Hintergrund: Die 300 000 Euro, die aus dem Konjunkturpaket II zur Verfügung stehen, sollen laut Ropertz möglichst effizient eingesetzt werden, etwa für den Ausbau von Erd- oder erstem Obergeschoss. Künftig soll das markante Gebäude für Kinder und Jugendliche umgebaut werden werden.

Beispiel Versandhalle. Hier stellt sich Denker den Kunstverein Grevenbroich als neuen Hausherrn vor. Doch dessen Vorsitzender, Professor Rainer Willmen, lehnt dankend ab – ideelle Unterstützung jederzeit, doch als Immobilieneigentümer wirtschaftlich arbeiten: "Nein!": "Als Kunstverein nutzen wir die Versandhalle gern für Ausstellungen. Doch alles andere ist für uns nicht darstellbar. Das ist nicht zu leisten."

Quelle: NGZ

 
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