Grevenbroich (NGZO). Aus Kostengründen lässt die Stadt seit 2007 verarmte Menschen ohne Angehörige in Rheinland-Pfalz einäschern und bestatten. Diese Praxis stieß auf Kritik der Freien Bürger. Sie forderten eine Rückführung der Urnen. Vergeblich, wie am Mittwoch im Umweltausschuss deutlich wurde.
Da im Taunus der Gang zur letzten Ruhestätte nur halb so teuer ist wie in Grevenbroich, lässt die Stadt mittellose Tote im 160 Kilometer entfernten Krematorium "Flamarium" nahe Koblenz bestatten.
Diese Praxis wurde im April von den Freien Bürgern als "pietätlos und unchristlich" bezeichnet. Sie forderten, dass die Asche der Toten wieder zurück nach Grevenbroich gebracht werden sollte. "Diese Menschen haben in unserer Mitte gelebt und sollten hier auch ihre letzte Ruhe finden", argumentierte damals der zwischenzeitlich verstorbene Fraktionsvorsitzende Friedrich Denker.
Die Stadt rät jedoch ab – aus zwei Gründen: Einerseits würde die Totenruhe gestört, andererseits hätte eine Überführung "erhebliche Kosten zur Folge", erklärte der Beigeordnete Werner Hoffmann. Der Verwaltungsvorstand habe sich dazu entschlossen, die bisherige Praxis beizubehalten.
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