Grevenbroich (NGZ). Die Autobahn 540 zwischen der Südstadt und Jüchen musste am Sonntag mehrfach gesperrt werden. Sturmtief "Xynthia" knickte im Bend-Abschnitt die Bäume wie Streichhölzer um – sie stürzten auf die Fahrbahn.
Sturm und orkanartige Böen erfassten am Sonntag auch das Grevenbroicher Stadtgebiet – mit Folgen für die Einsatzkräfte. "Seit 13 Uhr sind wir pausenlos unterwegs, wir hatten kaum Gelegenheit zum Luftholen. Unsere Leute kommen über Stunden hinweg gar nicht mehr zurück zur Wache", erklärte Michael Thissen von der Feuerwehr. Alleine bis zum frühen Abend rückten 80 Feuerwehrleute aus acht Einheiten mehr als 40 Mal aus. Verletzte waren bis dahin in Grevenbroich nicht zu beklagen.
Besonders viel zu tun hatten die Helfer entlang der Autobahn 540. Dort wütete "Xynthia" so heftig, dass in Höhe des Naherholungsgebiets Bend und an weiteren Abschnitten mehrere Bäume umknickten und auf die Fahrbahn fielen. "Zum Glück ist niemandem etwas passiert", atmete ein Sprecher der Autobahnpolizei Norf auf. Die Ordnungshüter mussten am Nachmittag gleich mehrfach das knapp sieben Kilometer lange Asphaltband zwischen der Südstadt und Jüchen abriegeln – zum Teil musste die A 540 für die Dauer der Räumungsarbeiten voll gesperrt werden. Der am Nachmittag ohnehin nur spärlich fließende Verkehr wurde von der Polizei durch die Grevenbroicher Innenstadt oder über die Autobahn 46 umgeleitet.
Drei Menschen verletzt
Sturmtief "Xynthia" forderte bis zum frühen Abend drei Verletzte im Rhein-Kreis. In Neuss wurden zwei Fußgänger von umher fliegenden Teilen einer Leuchtwerbung getroffen und mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. In Rommerskirchen-Vanikum trafen herabfallende Dachziegel einen Passanten, der ebenfalls in eine Klinik musste.
Die Feuerwehrleute schritten indes eiligst mit Motorsägen und anderem schweren Gerät zur Tat. Für sie galt es nicht nur, dicke Äste von der Fahrbahn zu räumen, sondern unter anderem auch schwere Pappeln zu zerlegen, die auf die Autobahn gestürzt waren. "Da war richtig Knochenarbeit angesagt", schilderte Michael Thissen.
Umgekippte Bäume mussten im gesamten Grevenbroicher Stadtgebiet am Sonntag gleich mehrfach zu Kleinholz verarbeitet werden. Darüber hinaus galt es für die Feuerwehrleute, mögliche Gefahrenherde zu beseitigen. Beispiel: Vom Dach des Eiscafés "Roma" in der Fußgängerzone drohten Ziegel herunterzustürzen und Passanten zu verletzen. Die Feuerwehrleute riegelten die Gefahrenstelle mit Flatterband ab, wenig später räumten sie mit Hilfe der Drehleiter die losen Pfannen vom Dach.
Eine Bilanz des Sturmtiefs konnte am Sonntag noch nicht gezogen werden. Alleine die Polizei fuhr bis zum frühen Abend mehr als 110 Einsätze im gesamten Kreisgebiet. Notrufe wegen umgestürzter und entwurzelter Bäume, abgedeckter Dächer, herabfallender Gebäudeteile, umgefallener Bauzäune und Straßenschilder gingen in der Einsatzzentrale am laufenden Band ein.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.