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"Zaubermühle" öffnete unter neuem Träger ihre Tore: Tagesstätte wird wie Firma geführt

zuletzt aktualisiert: 07.01.2002 - 21:33

"Zaubermühle" öffnete unter neuem Träger ihre Tore (NGZ). Von Wiljo Piel

Nach den Weihnachtsferien öffnete die "Zaubermühle" am Montag wieder ihre Tore. Das war nicht selbstverständlich, denn nachdem der Kinderschutzbund in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, stand die Gindorfer Tageseinrichtung auf der Kippe. Dass das Fachwerkhaus weiterhin den Kleinen offen steht, ist der Wuppertaler PariSozial GmbH zu verdanken. Sie übernahm kurzfristig die KiTa mitsamt Personal - die Zukunft des Kindergartens ist somit gesichert.

Es war alles sehr schnell gegangen: In einer Sondersitzung hatte sich der Jugendhilfe-Ausschuss im Dezember für die Zusammenarbeit mit der PariSozial ausgesprochen, knapp eine Stunde später segnete auch der Stadtrat diesen Beschluss ab. Die Schließung der Einrichtung konnte abgewendet, der Betrieb ohne Unterbrechung fortgeführt werden. Aufatmen bei den Eltern von rund 60 Kindern und den acht Mitarbeitern der Tagesstätte, denn ihre Jobs sind gesichert. Dazwischen lagen die Ferien, gestern öffnete das Fachwerkhaus am Mühlenweg wieder seine Türen - so wie in den vergangenen zehn Jahren seit der Eröffnung der "Zaubermühle".

Und obwohl alles so ist wie immer, wurden einige Details geändert, erklärte Karl Boland, Prokurist der PariSozial, die - wie der Kinderschutzbund - dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband angehört. So wird es einen Vorstand wie zu Zeiten des Kinderschutzbundes, der mit dem Leiter und dem Elternrat der Tagesstätte eng zusammenarbeitete, nicht mehr geben. Statt dessen soll eine Geschäftsführung eingesetzt werden, die die Tagesstätte wie ein kleines Unternehmen leiten möchte. Damit habe die PariSozial bereits ausreichend Erfahrung, unterstrich Boland. In Wuppertal bietet sie einen speziellen KiTa-Service an, der in gut 50 Einrichtungen betriebswirtschaftliche Strukturen einführte, auf Kosten der Stadt.

"Vor einem immer größer werdenden Qualitätsanspruch wird dies das große Zukunfts-Thema sein. Ein Kindergarten ist wie ein Handwerksbetrieb, der professionell geführt werden muss", meinte der Prokurist der "Gemeinnützigen Gesellschaft für Soziale Dienste". Für Elternrat und Förderverein sagte Rolf Behrens die weitere Unterstützung der Kindertagesstätte zu. Auch künftig wollen die Eltern "in einem begrenzten finanziellen Rahmen" den Kauf von "pädagogisch sinnvollen Gerätschaften" unterstützen. Auch "Menpower" könne angeboten werden, "beispielsweise wenn mal der Rasen gemäht oder eine Glühbirne ausgewechselt werden muss".

Sein Dank ging vor allem an die Mitarbeiterinnen: "Sie haben in den vergangenen Monaten, trotz großer Unsicherheit, weiterhin gute Arbeit geleistet." Die "Zaubermühle" markiert übrigens in der Grevenbroicher Kindergarten-Landschaft einen besonderen Meilenstein: Als der Kinderschutzbund die dreigruppige Tageseinrichtung im Sommer 1991 eröffnete, bot er nicht nur 53 Plätze für Kinder von drei bis sechs Jahren an. Erstmals im Stadtgebiet wurden auch sieben Plätze für Kleinkinder von vier Monaten bis drei Jahren. Von den insgesamt 60 Kindern können bis zu 35 kleine Besucher ganztags über Mittag betreut werden.

Quelle: NGZ


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