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Grevenbroich: Telekom baut Telefonzellen ab

VON ANDREAS BUCHBAUER - zuletzt aktualisiert: 11.08.2011

Grevenbroich (NGZ). Bis zum Jahresende baut die Telekom zwölf öffentliche Telefone in der Stadt ab. Dazu zählt auch das Telefon an der Rheydter Straße. Es ist eines der letzten gelben Telefon-Häuschen in Grevenbroich – und wird kaum noch genutzt.

Das Telefon-Häuschen an der Rheydter Straße ist bald Geschichte. Es rentiert sich wirtschaftlich nicht mehr.  Foto:  M. Reuter
Das Telefon-Häuschen an der Rheydter Straße ist bald Geschichte. Es rentiert sich wirtschaftlich nicht mehr. Foto: M. Reuter

So richtig gut behandelt wurde die Telefonzelle an der Rheydter Straße in letzter Zeit offenbar von kaum jemandem: Die meisten ihrer Scheiben sind kaputt, das Telefonbuch wurde entwendet, die Wände mit dicken Filzstiften bekritzelt. Dabei gehört das öffentliche Telefon in Elsen zu den letzten seiner Art. Es ist eines von nur noch fünf gelben Telefon-Häuschen in der Stadt – und wird bis zum Jahresende abgebaut. Das bestätigt Katja Werz, Sprecherin der Telekom. Insgesamt gibt es noch 35 öffentliche Telefone in Grevenbroich, bald sind es nur noch 23: Das gelbe Telefon-Häuschen in Elsen ist eines von zwölf öffentlichen Telefonen, die verschwinden.

Info

Telefonzellen

Abgebaut werden diese Telefonzellen: Kölner Straße, Lindenstraße, Düsseldorfer Straße, Deutsch-Ritter-Allee, Rheydter Straße, Talstraße, Friedrichstraße, Neusser Straße, Richard-Wagner-Straße.

Die Stadt setzt sich dafür ein, dass die Zellen am Allrather Platz, Alte Zollstraße und Jakobusplatz durch Basistelefone ersetzt werden.

Der Abbau macht deutlich, wie sich die Stadt und die Gewohnheiten der Bürger verändern. Früher, da war ein gelbes Telefon-Häuschen fast etwas für Romantiker: Teenager schlichen sich dorthin, um ungestört von den Eltern mit der Freundin zu telefonieren. Verliebte sprangen hinein, um den Partner in spe anzurufen, weil sich der Bus verspätet und es auch mit dem Rendezvous in der Bar später wurde – kaum auszudenken, der Partner in spe würde sich versetzt fühlen. Und bei einem Wolkenbruch bot das gelbe Telefon-Häuschen einen trockenen Unterschlupf vor dem niederprasselnden Regen.

Seit Beginn des Handy-Zeitalters ist das alles vorbei. Lediglich bei einem Wolkenbruch bietet das gelbe Telefon-Häuschen noch Vorteile – weil es fürs Handy ja so gut wie alles gibt, sogar den größten Quatsch zum Zeitvertreib, aber eben keine Regenschirm-App. Wirtschaftlich rentieren sich die Telefonzellen immer weniger. Das bestätigt Planungsdezernent Werner Hoffmann. "Den geplanten Abbau von zwölf Telefonen begründet die Telekom damit, dass es durch das veränderte Telefonverhalten der Bürger zu dramatischen Einbrüchen der Einnahmen an öffentlichen Telefonen gekommen ist", sagt er. Die Unterhaltskosten für ein öffentliches Telefon liegen bei rund 100 Euro im Monat für Strom, Wartung und Reinigung.

Bei der Telekom allerdings versichert man noch: "Mit dem Siegeszug des Handys ist die Geschichte der Telefonzelle noch lange nicht zu Ende." Das mag sein. Mit dem Siegeszug des Automobils sind ja auch die Pferdekutschen nicht vollends verschwunden. Aber im Alltag haben sie ebenso an Bedeutung verloren wie die Telefonzellen.

Noch versucht die Telekom, diese Entwicklung zu stoppen: mit dem Ausbau von Telefonzellen zu Kommunikationsterminals, an denen Kunden auch durch das Internet surfen können. Doch auch das ist mit Handys längst möglich.

Bis auf Ausnahmen heißt es daher in Zukunft vermutlich: Lebe wohl, gute alte Telefonzelle.

Quelle: NGZ


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