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Grevenbroich: Tierschützer retten Uhu vor dem Hungertod

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 18.02.2010 - 21:30

Grevenbroich (NGZ). Ein seltener Vogel wird zurzeit im Schneckenhaus aufgepäppelt: Norbert Wolf und sein Tierschutz-Team kümmern sich liebevoll um ein ausgewachsenes Uhu-Weibchen, das völlig entkräftet in einem Wald bei Kaarst gefunden wurde. Sobald der letzte Schnee weggetaut ist, soll die große Eule wieder in die Freiheit entlassen werden.

Er stand vor dem Hungertod: Tierschützer päppelten den Uhu wieder auf. Foto: NGZ
Er stand vor dem Hungertod: Tierschützer päppelten den Uhu wieder auf. Foto: NGZ

Der in den vergangenen Tagen reichlich gefallene Schnee war wohl auch ihr Verhängnis: "Die Beutetiere dieses Vogels halten sich zurzeit unter der weißen Decke auf", erklärt der städtische Umweltbeauftragte Norbert Wolf: "Mäuse etwa lugen nur selten aus dem Schnee hervor, Eichhörnchen kommen nur alle paar Tage einmal aus ihren Verstecken heraus, und der Igel hält Winterschlaf."

Bei einem solch geringen Nahrungsangebot ist es kein Wunder, dass die Uhu-Dame kurz vor dem Hungertod stand, als sie von Spaziergängern aufgefunden wurde. Wolf und der Dormagener Vogel-Experte Werner Döhring fingen das völlig fertige Tier ein und brachten es nach Grevenbroich. "Uhus sind normalerweise wehrhafte Vögel. Doch dieses Exemplar mit einer Spannweite von 1,80 Metern ließ sich ohne Widerstand in die Voliere stecken", meint Wolf.

Mittlerweile hat sich das geändert: Nachdem die etwa drei Jahre alte Eule reichlich mit Ratten, Wachteln und Tauben gefüttert wurde, ist sie wieder bei Kräften. "Und jetzt hackt sie schon nach uns, wenn wir ihr zu nahe kommen", erklärt der Umweltbeauftragte. Hält das Tauwetter an, kann das prächtige Tier in den nächsten Tagen wieder freigelassen werden. Eine Prozedur musste der Uhu in Grevenbroich aber über sich ergehen lassen. Er trägt jetzt einen Ring an seinem rechten Bein, den Wolf von der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen in Bad Münstereifel zugeschickt bekam. "Damit kann der Vogel identifiziert werden, wenn er noch einmal aufgefunden werden sollte", erklärt Norbert Wolf.

Uhus standen vor einigen Jahren noch kurz vor dem Aussterben, mittlerweile gibt es wieder etwa 1000 Brutpaare in Deutschland. In hiesigen Gefilden ist die Großeule allerdings eher selten anzutreffen. Wolf geht aber davon aus, dass sie in den nächsten Jahren wieder häufiger zu sehen sein könnten: "Da sich der Bestand dieser großen Vögel gut erholt, werden die Reviere in der Eifel knapp. Gut möglich, dass die Vögel dann in unsere Gegend kommen."

Quelle: NGZ


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