Grevenbroich (NGZO). Eigentlich war man im Rathaus froh darüber, dass bereits Gras über das Thema gewachsen ist. Grevenbroich und der Leichen-Tourismus – das sorgte im März bundesweit für Schlagzeilen. Jetzt legt Friedrich Denker von den Freien Bürgern noch einmal den Finger in die Wunde. Er fordert, dass die Asche der Verstorbenen zurück nach Grevenbroich gebracht werden soll.
Seit 2007 lässt die Stadt verarmte Menschen ohne Angehörige in Rheinland-Pfalz bestatten. Denn im Taunus ist der Gang zur letzten Ruhestätte im Vergleich zu Grevenbroich nur halb so teuer. Wie Rathaussprecher Andreas Sterken erklärt, seien bei bisher 26 Einäscherungen und Beerdigungen immerhin 39 000 Euro gespart worden.
"Diese Praxis ist pietätlos – und das halte ich für unchristlich", wettert Friedrich Denker. Diese Haltung untermauert er mit einem Antrag für die heutige Ratssitzung. Tenor: Wenn sich die Stadt schon aus Kostengründen für eine Einäscherung im Taunus entscheide, dann soll sie auch dafür sorgen, dass die Asche der Toten zurück nach Grevenbroich gebracht wird. "Diese Menschen haben in unserer Mitte gelebt und sollten hier auch ihre letzte Ruhe finden", argumentiert er.
Sein Vorschlag: Die Urnen sollen in einem noch anzulegenden Rasenfeld auf dem Hauptfriedhof beigesetzt werden. "Eine solche Anlage ist preiswert, sie lässt sich ohne Aufwand gut pflegen", meint Friedrich Denker. Auch bei der Überführung der sterblichen Überreste vom Taunus an die Erft sieht er keine großen Kosten auf die Stadt zukommen: "Das kann auf dem Postweg – etwa mit DHL – erledigt werden."
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.