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Grevenbroich: Uneins über Stadt-Slogan

zuletzt aktualisiert: 30.07.2010 - 19:34

Grevenbroich (NGZO). Der Stadt-Slogan "Grevenboich – Bundeshauptstadt der Energie" polarisiert, beim Heißen Draht fand er ebenso Befürworter wie Kritiker. Im Rathaus wurde der Spruch, den der frühere Bürgermeister Axel Prümm offensiv vermarktet hatte, von amtlichen Schreiben und der Stadt-Homepage verbannt, Bürgermeisterin Ursula Kwasny sieht die Vielfalt der Stadt im Slogan nicht ausreichend repräsentiert. Ortseingangsschilder und Broschüren mit dem Spruch aber bleiben erhalten.

Klar ist: Der Spruch hat Freunde, vom "Markenzeichen" ist die Rede: ",Bundeshauptstadt der Energie' ist ein Alleinstellungsmerkmal. So etwas aufzugeben ist Dummheit", meint Leser Horst Uhl. Hubert Schmitz, unter anderm im Bereich Computerstickerei aktiv, spricht "von einem Schlag ins Gesicht für die Gewerbetreibenden in Grevenbroich. Wir haben Kunden im Ausland, denen Grevenbroich wegen dieses Spruchs und Horst Schlämmer bekannt ist. Es ist ein Unding, dass etwas, für das sich Prümm stark gemacht hatte, nun von seiner Nachfolgerin platt gemacht wird."

Wenn Grevenbroich nicht mehr als Bundeshauptstadt der Energie wahrgenommen werde, "gehen die nächsten Investitionen vielleicht an Grevenbroich vorbei nach Niederaußem", befürchtet Manfred Budke mit Blick auf RWE. Helmut Klougt aus Allrath findet es gut, "wenn der Spruch wegkommt". Die Energiegewinnung "zerstört auch viel, darauf kann man nicht stolz sein". Magda Coenen aus Neurath findet den Slogan "ungücklich gewählt. Es müsste heißen: ,Grevenbroich, eine Stadt mit Dörfern mit Energie." Schließlich stünden die Kraftwerke in Frimmersdorf und Neurath, müssten die Dörfer die Belastungen tragen.

Unterschiedlich ist die Resonanz auch bei Politikern. CDU-Stadtverbandschef Benedikt Jerusalem spricht von einem unsinnigen Slogan", er habe ein falsches Bild und ein negatives Image erzeugt. "Ich fand den Slogan schon immer etwas protzig und anmaßend", sagt SPD-Fraktionschef Horst Gerbrand. Die FDP-Fraktion plädiert dagegen für den Erhalt", so Sprecher Markus Schumacher. Er kritisiert zudem, "dass es aus Marketingsicht fahrlässig ist, den Slogan nur teilweise zu eliminieren".

Quelle: NGZ/dhk

 
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