kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
Kommentare ()

Grevenbroich: Ursachen-Forschung

VON WILJO PIEL UND SEBASTIAN MEURER - zuletzt aktualisiert: 12.06.2008 - 22:28

Grevenbroich (NGZ). Seit Januar registrierte die Messanlage in Gindorf sieben Überschreitungen des Feinstaub-Tagesgrenzwerts. Ein deutlicher Abwärtstrend - denn im gleichen Zeitraum der beiden vergangenen Jahre schlug der Pegel bereits 30 Mal nach oben aus. Einen Grund zur Entwarnung gibt es jedoch nicht.

Im Inneren der Luftmessstation : An der St.-Leonhardt-Straße in Gindorf wurden 
in den beiden vergangenen Jahren hohe Werte ermittelt. In diesem Jahr scheint 
sich dieser Trend nicht fortzusetzen.  Foto: NGZ
Im Inneren der Luftmessstation : An der St.-Leonhardt-Straße in Gindorf wurden in den beiden vergangenen Jahren hohe Werte ermittelt. In diesem Jahr scheint sich dieser Trend nicht fortzusetzen. Foto: NGZ

Grevenbroich Die Zahlen waren alarmierend: Insgesamt 46 Mal wurde der Feinstaub-Tagesgrenzwert im Vorjahr an der St.-Leonhardt-Straße überschritten - genauso oft wie in 2006. Damit rangierte die Gindorfer Station mit an der Spitze der landesweit über 40 aufgestellten Messanlagen.

Anders in diesem Halbjahr: „Erst sieben Grenzwert-Überschreitungen - das sind erheblich bessere Zahlen“, erklärte Planungsdezernent Werner Hoffmann jetzt vor dem Umweltausschuss. Entwarnung wollte er jedoch nicht geben: „Freuen wir uns mal nicht zu früh.“

Der erste Feinstaub-Gegenschlag ist mittlerweile abgeschlossen worden: Im Rahmen des so genannten Aktionsplans hat RWE im Tagebau Garzweiler ein millionenschweres Maßnahmen-Paket umgesetzt.

Info

Projektgruppe

Der für den Luftreinhalte-Plan gegründeten Projektgruppe gehören Vertreter folgender Institutionen an: Bezirksregierungen Düsseldorf, Köln und Arnsberg, Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, RWE Power, Rhein-Kreis Neuss, Landwirtschaftskammer NRW, Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und Stadt Grevenbroich. Zudem zählt auch der Bezirksschornsteinfegermeister zu diesem Gremium.

Ein Teil der 80 Kilometer langen Kohlebänder wurde abgedeckt, die Transportbänder mit einer Nassreinigung versehen, seit wenigen Wochen ist zudem eine Spezialkehrmaschine im Einsatz. „Wir gehen davon aus, dass wir den Feinstaub mit diesen und anderen Maßnahmen um 30 Prozent reduzieren“, erklärt André Bauguitte, Sprecher von RWE Power.

Dass die niedrigeren Werte auf diese Investition zurückzuführen sind, ist allerdings nicht anzunehmen: Zwar wurde der Tagebau als lokaler Hauptverursacher ausgemacht - er ist allerdings für lediglich 17 Prozent des Feinstaubs verantwortlich.

Der Rest stammt aus dem „lokalen Hintergrund“, der jedoch nicht näher definiert werden kann. Ursachenermittlung soll nun im Rahmen eines so genannten Luftreinhalte-Plans betrieben werden, mit dem sich zurzeit eine Projektgruppe beschäftigt (siehe Kasten). Wann ein erstes Ergebnis vorliegen wird, ist unklar: „Wir haben noch keinen konkreten Zeitplan verabredet.

Es müssen erst vollständige Daten ermittelt werden, damit kann frühestens zur Jahresmitte gerechnet werden“, so Werner Hoffmann. Die Feinstaub-Projektgruppe untersucht zurzeit die etwaigen Auswirkungen von Kohlefeuerungsanlagen (wie Heizöfen oder offene Kamine) und des Kraftfahrzeugverkehrs.

Parallel dazu forscht auch RWE Power nach den Ursachen: Der Konzern hat Professor Stefan Weinbruch vom Institut für Mineralogie der Technischen Universität Darmstadt mit einem Gutachten beauftragt.

„In einem Zeitraum von 16 Monaten wurden umfangreiche Partikelmessungen im Bereich des Tagebaus vorgenommen. Zurzeit werden etwa 120 Einzelproben unter dem Rasterelektronen-Mikroskop ausgewertet.

Uns geht es dabei vor allem um die Frage, wie sich der Feinstaub zusammensetzt“, betont André Bauguitte. Über diese Informationen können auch Rückschlüsse auf die Herkunft des Staubs gezogen werden. Das Ergebnis dieser Studie soll voraussichtlich nach den Sommerferien vorliegen.

Quelle: NGZ


Die Neuß-Grevenbroicher Zeitung lohnt sich Tag für Tag - jetzt testen.

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

AUS DER NACHBARSCHAFT
MEHR
An das Aussehen der alten Niermannstraße erinnert nur noch eine von dem Grevenbroicher 
Künstler Jörg Schröder (r.) gestaltete Stele , die er am Freitag den Vertretern 
des Bauvereins und dem Architekten Günter Quasten (2.v.r.) erklärte. 
M. Reuter

Grevenbroich

Alte Straße - neue Häuser

Der Bauverein Grevenbroich hat am Freitag mit einem Straßenfest ein Großprojekt abgeschlossen: Den Abriss und Neubau aller Wohnhäuser an der Niermannstraße. Jetzt widmet sich der Verein neuen Projekten. VON Margarethe Pluta  mehr

 
Zerrissen - so präsentiert sich das Bild der Grevenbroicher CDU. Die Mitglieder 
stehen hinter dem Bürgermeister, fordern aber auch die Köpfe der Fraktionsspitze.

Grevenbroich

„Zerrissenheit gefährdet Kreis“

Ist die Grevenbroicher CDU noch zu retten? Kreisvorsitzender Hermann Gröhe (MdB) will es hoffen: „Denn die Lage ist ernst“, kommentiert er den Ausgang der Langwadener „Kloster-Krise“. VON Wiljo Piel  mehr

 
 
 
 
 
BILDER AUS GREVENBROICH
Im Inneren des alten Bunkers
Im Inneren des alten Bunkers
Im Inneren des alten Bunkers, der im Mai .. mehr 
 
Im Inneren des alten Bunkers
Im Inneren des alten Bunkers
Im Inneren des alten Bunkers, der im Mai ..
mehr 
Zu Besuch bei Sven Kompaß
Zu Besuch bei Sven Kompaß
Hausbesuch bei Sven Kompaß, der im Mai 2012 ..
mehr 
Maimarkt in Wevelinghoven 2012
Maimarkt in Wevelinghoven 2012
Maimarkt in Wevelinghoven 2012
mehr 
Feuerwehr öffnet alten Bunker
Feuerwehr öffnet alten Bunker
Feuerwehr öffnet alten Bunker
mehr 
 
Familienanzeigen