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Grevenbroich: Verstärkung für die Feuerwehr

VON CARSTEN SOMMERFELD - zuletzt aktualisiert: 19.04.2010 - 21:58

Grevenbroich (NGZ). Das Hauptamtler-Team der Wehr soll um elf Feuerwehrleute aufgestockt werden, für drei Stellen liefen jetzt Eignungstests. Ein Grund: Immer mehr Ehrenamtler arbeiten außerhalb der Stadt, können tagsüber nicht ausrücken.

Info

Stufenausbildung

Voraussetzung für die Ausbildung zum hauptberuflichen Feuerwehrmann ist in der Regel eine Lehre. Doch die hat nicht jeder, der gern zur Feuerwehr will. Die Berufsfeuerwehr Düsseldorf bietet deshalb eine 37-monatige Stufenausbildung mit handwerklicher und feuerwehrtechnischer Ausbildung. Seit 2009 nehmen daran zwei Grevenbroicher Feuerwehrleute teil.

Schnell über den Bock, dann durch den Kasten kriechen, drei Rollen vorwärts – und zuletzt am Seil hoch Richtung Hallendecke. Feuerwehrleute müssen körperlich fit sein – und das bekamen auch die 19 Bewerber für drei Stellen als hauptamtliche Feuerwehrleute beim sportlichen Eignungstest zu spüren. Die Feuerwehr Grevenbroich erhält Verstärkung. „Bis 2015 soll die Zahl der Hauptamtler im 24-Stunden-Dienst von 29 auf 40 erhöht werden“, sagt im Rathaus Dezernent Cklaus Ropertz. Für die Sicherheit muss die Stadt tief in die Kasse greifen: Die elf Kräfte schlagen nach ihrer Ausbildung mit insgesamt rund 480 000 Euro zu Buche.

Die hauptamtliche Wache an der Lilienthalstraße stellt zusammen mit neun freiwilligen Löschzügen den Brandschutz in Grevenbroich sicher. Ein Problem, das auch andere Kommunen betrifft: „Immer mehr ehrenamtliche Feuerwehrleute arbeiten außerhalb der Stadt, stehen also während der Arbeitszeit nicht bereit“, erklärt Feuerleiter Udo Lennartz. In kleineren Löscheinheiten stünden deshalb tagsüber „manchmal nur drei oder vier Feuerwehrleute zur Verfügung“. Die Sicherheit sei aber gewährleistet. Bei vielen Einsätzen alarmiern wir gleich drei Löschzüge gleichzeitig“, so Lennartz.

Künftig sollen aber mehr Hauptamtler ausrücken. „Dreh- und Angelpunkt für den Bedarf ist der 2009 aktualisierte Brandschutzbedarfsplan, der so genannte Hilfsfristen vorgibt“, sagt der Feuerwehrchef. Danach sollen acht Minuten nach der Alarmierung zehn Einsatzkräfte am Einsatzort sein. Dafür wird die Wachabteilung rund um die Uhr um zwei auf neun Leute aufgestockt – elf zusätzliche Hauptamtler sind erforderlich.

Über Bewerbermangel kann sich die Stadt bislang nicht beklagen, aber nicht alle erfüllten die sportlichen Voraussetzungen: „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es so hart ist“, sagte etwa Bewerber David Klingenburg, der 28-Jährige ist bereits ehrenamtlich beim Löschzug Wevelinghoven dabei. „Ich muss noch mehr trainieren.“ Drei andere Bewerber werden nun im Herbst ihre 18-monatige Ausbildung starten.

Verstärkung braucht die Feuerwehr Grevenbroich aber auch im ehrenamtlichen Bereich: Laut Brandschutzbedarfsplan sollen in den neun Löschzügen 292 Feuerwehrleute ausrücken, zurzeit sind es aber 80 weniger. Die Wehr will die Öffentlichkeitsarbeit verstärken, auch mehr Frauen und ausländische Menschen zur Mitarbeit ermuntern.

Außerdem setzt Lennartz auf die Jugendfeuerwehr, in der zurzeit über 40 Jungen und Mädchen mitmachen. „Wir haben das Eintrittsalter bereits von zwölf auf zehn Jahre herabgesetzt, um Kinder bereits früh für die Feuerwehr zu begeistern“, erläutert Udo Lennartz.

Quelle: NGZ


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