Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich Der Vorstand des CDU-Stadtverbandes hat seine Marschrichtung abgesteckt: „Wir wollen mit Dr. Axel Prümm auch in den nächsten Wahlkampf ziehen“, erklärte Vorsitzender Matthias Nobis am Donnerstag auf Anfrage der NGZ. Doch will Prümm das auch? Der Bürgermeister gibt sich nach wie vor bedeckt: „Zu diesem Thema sage ich noch nichts“, wimmelte er mit knappen Worten ab.
Die „B-Frage“ bleibt bei den Grevenbroicher Christdemokraten weiterhin offen. Das wurde am Mittwoch Abend bei einer Versammlung im Alten Schloss deutlich, zu der die Parteispitze alle Vorstände der CDU-Ortsverbände eingeladen hatte. Rund 60 Mitglieder waren gekommen, knapp zweieinhalb Stunden lang wurde diskutiert - unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Nach Informationen der NGZ ging es dabei in erster Linie um die Unions-internen Querelen, die sich in den vergangenen Wochen rund um die Wiederwahl der FDP-Beigeordneten Barbara Kamp entwickelt hatten und die aus Sicht des Stadtverbandes kommentiert wurden.
Auch Prümms umstrittene Erklärung beim Frimmersdorfer Schützenfest 2007, wieder für die CDU kandidieren zu wollen, wurde thematisiert. Allzu brisant sei es dabei allerdings nicht zugegangen: „Man hätte nicht unbedingt teilnehmen müssen“, meinte ein Beobachter, der nicht genannt werden möchte.
Matthias Nobis sieht das anders: „Es war eine vernünftige Veranstaltung, in der die unterschiedlichsten Punkte angesprochen, teilweise strittig, aber immer fair diskutiert wurden“, resümierte der Vorsitzende. Er habe die Erkenntnis gewonnen, dass die Union wieder zu einer gemeinsamen Linie und damit zu einer sachorientierten Arbeit zurückkehren möchte.
Ein weiteres, nicht unwesentliches Ergebnis des Abends sei zudem die Erklärung des Stadtverbandsvorstandes gewesen, den Bürgermeister für 2009 wieder auf den Schild zu heben, „um mit uns auch in den nächsten Wahlkampf zu ziehen“.
So ganz neu ist dieses Bekenntnis allerdings nicht. Denn schon im Vorfeld des Treffens hatte es diesbezüglich ein Gespräch zwischen Matthias Nobis und Axel Prümm gegeben, in dem sich der Bürgermeister allerdings in Sachen Kandidatur noch Bedenkzeit erbeten hatte.
Eine am Mittwoch formulierte Forderung, dass der Stadtverband Prümm ein Ultimatum stellen müsse, um sich zu erklären, sei allerdings verworfen worden, so Nobis. „Ich werde nun noch einmal ein Gespräch mit dem Bürgermeister führen - voraussichtlich in der nächsten Woche, sobald ich einen Termin bekomme.“
Dass die Zeit für die Union drängt, wurde am Mittwoch Abend deutlich. Denn noch ist völlig unklar, wie sich ihr Partner, die FDP, verhalten wird. Denn sie zieht es derzeit in Erwägung, mit einem eigenen Bürgermeister-Kandidaten in den Wahlkampf zu ziehen, darüber soll am 22. November entschieden werden.
Parteivorsitzender Uwe Schmitz hat sein Interesse an einer Kandidatur bekundet. Abwarten bis zum November will die Union offenbar jedoch nicht. Matthias Nobis soll am Mittwoch damit beauftragt worden sein, „notfalls hart“ mit den Freidemokraten zu verhandeln, um sie von einem eigenen Bürgermeister-Kandidaten abzubringen.
Nebenbei: Die liberale Fraktion - zu der auch Uwe Schmitz gehört - hatte sich nach der Kamp-Wahl in dem schon legendären „Prümm-Bekenntnis“ dafür ausgesprochen, dass der Bürgermeister „seine erfolgreiche Arbeit zum Wohle der Bürger“ fortsetzen soll.
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