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Grevenbroich: Wasser ist bald wieder chlorfrei

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 12.12.2007 - 21:33

Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich Gefährlich oder gar lebensbedrohlich sind sie nicht. Ihre Folgen sind jedoch unangenehm: Denn coliforme Keime können Durchfall verursachen, vor allem bei Kleinkindern und Menschen mit schwachem Immunsystem. Ausgerechnet am Reinwasserausgang des Wasserwerks auf dem Fürther Galgenberg wurden im Sommer diese Ekel-Bakterien festgestellt.

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Tiefenwasser

RWE Power ist der Betreiber des Wasserwerks Fürth und fördert für die Gas- und Wasserwerke Grevenbroich (GWG) das Wasser aus einer Tiefe von fast 200 Metern. Das Tiefenwasser hat einen Vorteil: Es ist frei von Verunreinigungen und wird zum Beispiel nicht beeinträchtigt durch Spritzmittel der Landwirtschaft. Anders als in Städten wie Düsseldorf muss dieses Wasser nicht gechlort werden.

Das Kreisgesundheitsamt schlug daraufhin Alarm, es empfahl ein kurzfristiges Abkochen und ordnete eine langfristige Chlorung des Trinkwassers an. Gechlort wird nach wie vor. In wenigen Wochen soll diese Sicherheitsmaßnahme jedoch beendet werden.

„Nach unseren Planungen wollen wir das Chloren im Januar einstellen“, erklärt André Bauguitte, Sprecher des Unternehmens RWE Power, das Betreiber des Wasserwerks ist. Der Grund: Seit dem 15. August des vergangenen Jahres seien in Fürth keine coliformen Keime mehr festgestellt worden, es könne allmählich Entwarnung gegeben werden.

Wann die Sicherheitsmaßnahme konkret beendet wird, steht allerdings auf den Tag genau noch nicht fest. „Voraussichtlich werden wir Anfang oder Mitte Januar damit aufhören“, meint Dr. Michael Dörr, Leiter des Kreisgesundheitsamtes. Ursprünglich sollte das Chloren des Trinkwassers sogar zum Jahreswechsel eingestellt werden - aber: „Unser Aktionsrahmen ist während der Feiertage etwas eingeschränkter als üblich.“

Dies wäre bei einem möglichen weiteren Befall von coliformen Keimen jedoch eine schlechte Ausgangsposition: „Daher werden wir die Sicherheitschlorung erst im neuen Jahr schrittweise beenden“, so Dörr gegenüber der NGZ. Das heißt: Die ins Versorgungsnetz eingeleitete Chlordosis - zurzeit liegt die Konzentration bei 0,3 Milligramm pro Liter - wird behutsam zurückgefahren, zunächst um etwa 30 Prozent.

Woher die Keime kamen? Bei dieser Frage muss RWE-Sprecher Bauguitte mit den Schultern zucken: „Wir wissen es immer noch nicht.“ Seit dem Sommer werde eine aufwendige Ursachenforschung betrieben, „mit Hilfe eines Analyselabors und unter gutachterlicher Begleitung“.

Dass die Akte „Keimbefall“ ohne Ergebnis geschlossen werden muss, glaubt Michael Dörr nicht. Der Chef des Kreisgesundheitsamtes geht davon aus, dass die Ursache in den nächsten Monaten ermittelt werden kann. Sachverständige gingen derzeit gleich mehreren „heißen Spuren“ nach.

Die Gesundheit kann durch die niedrige Chlor-Dosierung übrigens nicht gefährdet werden. „Wir erhalten jedoch immer wieder Hinweise, dass das Wasser chlorig riecht oder faulig schmeckt. Insgesamt haben die Bürger diese Sicherheitsmaßnahme aber gut toleriert und respektiert, dass sie notwendig war“, lobt Dörr.

RWE Power habe nach seiner Einschätzung einige Verbesserungen am Wasserwerk vorgenommen, die „eine noch bessere Kontrolle der wasserführenden Stränge“ gewährleisten sollen. Wie André Bauguitte erklärt, lasse das Unternehmen derzeit prüfen, ob eine Sanierung oder ein Neubau der Reinwasserbehälter notwendig ist.

Quelle: NGZ


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