Die Stimme klingt heiser, im Hals kratzt es schon unangenehm. Museumsleiter Bodo Schwalm ist im Führungs-Stress und referiert beinahe im Stunden-Takt über die Welt der alten Römer. Denn das Interesse an der Sonder-Ausstellung in der Villa Erckens ist nach wie vor groß. Seit der Eröffnung vor gut vier Wochen waren alleine 55 Schulklassen mit 2.238 Kindern und Jugendlichen zu Gast im Museum. Die Römer-Ausstellung im Stadtpark-Museum trifft auf reges Interesses. In den vergangenen vier Wochen besuchten alleine 55 Schulklassen die Sonderschau mit ihren zahlreichen Exponaten. NGZ-Fotos: M. Reuter
Bis zum Ende der Extra-Schau am 2. September will Schwalm rund 6.800 Schüler aus gut 200 Klassen betreut haben. Ob das die Stimmbänder aushalten? Der agile Museums-Chef ist zufrieden: "Die Ausstellung läuft bestens", erklärt er und meint: "Der Renner sind die Klassen. Noch nie haben Schulleiter und Lehrer in Grevenbroich derart stark auf eine Museums-Veranstaltung reagiert wie in diesem Fall - da kommt nicht einmal die erfolgreiche Ägypten-Schau vor einigen Jahren mit", erklärt er begeistert. Die Folge: Um alle Schulen zufrieden zu stellen, hat sich Schwalm Verstärkung von zwei Studenten geholt, die einen Teil der Führungen übernehmen.
Als einen Garanten für den großen Schul-Zuspruch nennt er das Ausgrabungs-Feld links neben der ehemaligen Industriellen-Villa. Dort hat Schwalm eine Grube ausheben lassen, in der er Kinder und Jugendliche nach römischen Artefakten - natürlich Replikate - buddeln lässt. Der Clou: Die "Pänz" graben nicht wild nach den vom Museumsleiter sorgsam versteckten Schätzen, sondern gehen wie kleine Archäologen ans Werk: Zunächst wird das Grabungsfeld abgesteckt, anschließend vermessen - und erst dann geht es mit der Schaufel zur Sache. Aber behutsam: Schließlich muss jedes Exponat anschließend noch von der Gruppe eingehend besprochen, klassifiziert und möglichst detailgenau nachgezeichnet werden.
So, wie das richtigen Denkmalpfleger auch zu tun pflegen. - "Aber nicht nur bei den Klassen, sondern auch mit dem Einzelbesuch liegen wir gut im Rennen", betont Bodo Schwalm. Konkrete Zahlen liegen zwar noch nicht vor, doch: "Das Haus ist vor allem an den Wochenenden ständig voll - eine Voranmeldung lohnt sich auf jedem Fall, vor allem für die Ostertage." Die Erwachsenen seien in erster Linie von der nachgebauten römischen Küche im Museums-Keller begeistert: "Nicht selten notieren sich Frauen dort Original-Rezepte zum Nachkochen", hat Schwalm beobachtet. Wenngleich Speisen wie der mit Schweinefleisch gefüllte Siebenschläfer zwar garantiert BSE-frei sind, jedoch an der Beschaffung der wichtigsten Zutat scheitern dürften.
Aber auch der Pompeji-Raum, in dem der Museumsleiter Gipsabdrücke von Menschen ausstellt, die beim großen Vesuv-Ausbruch ums Leben kamen, stoße auf reges Interesse bei den "großen" Besuchern. Bei den "Kleinen" spart sich Bodo Schwalm bewusst den Gang in diesen düster gehaltenen Teil der Ausstellung. Wer die Schau besuchen möchte, hat dazu von Karfreitag bis zum Ostermontag reichlich Gelegenheit - denn an diesen Tagen hat das Museum täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Wer nicht draußen vor der Türe warten möchte, sollte sich unter der Rufnummer 659697 anmelden. wilp
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