Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich (S.M.) Erfolge haben sie jeder für sich in den vergangenen Jahrzehnten zuhauf eingefahren: Mit dem Gewinn der Meisterschaft in der Reisevereinigung Grevenbroich krönten Josef Winter und Franz-Josef Melder jetzt ihre 2001 begonnene, überaus erfolgreiche Zusammenarbeit als Schlaggemeinschaft.
Auch in den vergangenen fünf Jahren landeten die beiden erfahrenen Taubenzüchter regelmäßig unter den besten Schlägen der Reisevereinigung. Zwei bis drei erste Plätze „in einer starken Grevenbroicher Reisevereinigung“ sind dabei nach den Worten von Josef Winter bereits herausgesprungen.
Zur Meisterschaft verholfen hat den beiden Züchtern ihre 36 bis 40 Tauben starke Reisemannschaft, wobei die beiden besten Tiere bei jeweils 14 Einsätzen 13, beziehungsweise elf Preise gewinnen konnten. Auch wenn nicht nur diese beiden „Stars“ des Teams bares Geld wert sind, sie zu verkaufen, käme Josef Winter niemals in den Sinn: Profis würden schon einige Tausender dafür hinlegen, doch „ich habe noch nie eine Taube verkauft“, sagt der 77-Jährige, der ebenso wie der 72 Jahre alte Franz-Josef Melder seit einem halben Jahrhundert leidenschaftlicher Taubenzüchter ist. Selbst angesichts einer schweren Erkrankung vor über 20 Jahren hielt Winter an seinem Hobby fest und ließ sich von seinem Arzt ausdrücklich versichern, nicht allergisch gegen Tauben zu sein.
Rund 100 Tiere nennen die beiden Züchter ihr eigen, wobei die Tauben das Dachgeschoss des Hauses von Franz-Josef Melder bewohnen. „Er ist der richtige Züchter und hat aus unseren beiden Stämmen eine Bombenmannschaft gemacht“, sagt Josef Winter, der gemeinsam mit Franz-Josef Melder derzeit zwei Drittel der Mitgliedschaft des 1965 von ihnen mitgegründeten Vereins „Treu zur Heimat“ Ramrath stellt.
„Die Jugend macht das nicht mehr“ bedauern die beiden Züchter, dass es wohl keine Nachfolger für ihre Arbeit geben wird. Der Reisevereinigung Grevenbroich haben sie sich Mitte der 90er Jahre angeschlossen, nachdem sie zuvor in Nievenheim aktiv waren. Sieben Mal konnte Josef Winter zwischen 1966 und 1980 die Meisterschaft der dortigen Reisevereinigung gewinnen. Wurde früher in südöstlicher Richtung geflogen, lassen die Züchter ihre Tiere während der von Anfang Mai bis Ende August dauernden Saison inzwischen in Frankreich aufsteigen, etwa in Poitiers oder Pithiviers.
Können sie bis zum Alter von acht bis neun Jahren für die Zucht verwendet werden, sind die im Wettkampf eingesetzten Tauben in der Regel vier bis fünf Jahre alt: Angesichts von bis zu 1700 Meter in der Minute fliegen die leistungsfähigsten Tiere über 100 Kilometer in der Stunde: „Das ist etwas für junge Burschen und nicht mehr für alte Männer“, schmunzelt Josef Winter, der die Herbst- und Wintermonate dazu nutzt, über weitere Verbesserungen des Wettkampfteams nachzudenken. Andere Hobbys haben er und Melder angesichts der zeitaufwendigen Taubenzucht nicht.
Dass es die richtige Entscheidung war, steht außer Zweifel: Können ihre einstigen Mitspieler längst nicht mehr dem Ball nachjagen, fährt das „Seniorenteam“ Josef Winter und Franz-Josef Melder nach wie vor bemerkenswerte Erfolge ein.
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