Jüchen (NGZ). Noch nie ist in Jüchen eine Bundesstraße für einen Brückenbau gesperrt worden. Morgen wird die neue Verbindung zwischen den beiden 3M-Hochlagern geschlossen. Ab Sonntag, 10 Uhr, soll die Brücke komplett stehen.
Wer einige Monate nicht in Jüchen war, wundert sich: Der Ortseingang ist, aus Richtung Grevenbroich kommend, nicht wiederzuerkennen. Und wird nach diesem Wochenende erneut anders aussehen. Denn das Bauwerk, das hier errichtet wird – eine 150 Meter lange Transportbrücke zwischen zwei Hochlagern von 3M – ist in Jüchen und für das Unternehmen einmalig. 25 Millionen Euro hat die Grevenbroicher Firma Kleine in das gesamte Projekt investiert – dazu zählen das Logistikzentrum und die Riesen-Brücke. Eine weitere Premiere: "Bisher ist noch nie eine Bundesstraße in Jüchen gesperrt worden", so Rathaussprecher Norbert Wolf.
Umleitung
Aus Jüchen Ab Neusser Straße/Kölnerstraße über die Grubenrandstraße nach Grevenbroich.
Aus Neuss Statt die A 46, Abfahrt Jüchen erst die Autobahn an der Anschlussstelle Holz verlassen. Wer dennoch in Jüchen abfährt, wird über Gierath umgeleitet.
Wann Sperrung Polostraße (B 59), heute, 22 Uhr, bis morgen, 10 Uhr.
37,5 Meter lang und 80 Tonnen schwer wird das Fertigteil sein, das die Verbindung über die Bundesstraße 59 schafft. Dafür werden heute Abend ab 19 Uhr drei Autokräne in Position gebracht, die jeweils ein Gewicht von 300 Tonnen wuchten können. Was für den Laien nach Lego im Mega-Format aussieht, ist für die Arbeiter und Ingenieure an der Baustelle eine "Herausforderung, aber eine planbare", so Manfred Kremer. "Gearbeitet wird nach einem genauen Zeitplan." Nachdem die Autokräne in Position gebracht sind, soll das Fertigteil zwischen die beiden Pfeiler montiert werden. "Begonnen wird mit der Arbeit am Lückenschluss ab 22 Uhr", erläutert der Unternehmenssprecher. Bis 2 Uhr nachts soll die Brücke komplettiert sein. Bereits ab 10 Uhr am morgigen Sonntag soll die Bundesstraße wieder für Autofahrer und Biker freigegeben werden.
Lückenschluss beginnt um 22 Uhr
Warum eine Brücke über die B 59? "Das war die einfachste Lösung, um die beiden Standorte zu verbinden", so Manfred Kremer. Doch auch wenn die Brücke ab Sonntag von außen fertig erscheint, ist sie es nicht: So muss im Inneren ausgebaut werden, denn auf Förderbändern sollen künftig die Paletten zwischen beiden 3M-Adressen bewegt werden.
Die neue Halle und die neue Brücke werden über eine andere Fördertechnik verfügen als am bereits vorhandenen 3M-Standort. Logische Konsequenz: Der Multitechnologie-Konzern wird nochmals investieren, um beide Hochlager mit einem einheitlichen Standard auszurüsten.
Zur Höhe des Investitionsvolumens wollte Manfred Kremer gestern keine Angaben machen, wohl aber zum Zeitpunkt der Inbetriebnahmen: "Wir rechnen damit, dass alle Arbeiten zum Ende des ersten Quartals abgeschlossen sein werden." Bisher sei der Bauzeitplan eingehalten worden – und das bei laufendem Betrieb.
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