Jüchen (NGZ). Jüchen Seit Mai hat die St. Jakobus-Kirche eine neue Orgel, doch dass ihre Vorgängerin so einfach verschrottet werden sollte, wollte Alfons Lahey ganz und gar nicht in den Sinn. Auch wenn bei ihrer Anschaffung 1954 kein Zweifel daran bestand, dass die Orgel qualitativ nicht gerade die hochwertigste ihrer Art war, ist Alfons Lahey das gute Stück dennoch ans Herz gewachsen.
Schon nach der umfangreichen Restaurierung der Kirche in den 90er Jahren war der damalige Vorsitzende des Kirchenchors dabei, als die alte Orgel vor ziemlich genau zehn Jahren fertiggestellt wurde.
Mit seinem Team „junger Rentner“ sorgte Lahey dann Anfang des Jahres für den endgültigen Abbau der Orgel und den Aufbau ihrer Nachfolgerin, die im Mai in Betrieb ging.
Während dieser Zeit reifte in ihm die Idee, „ aus Teilen, die ich vor zehn Jahren zusammengekloppt habe, eine kleine Orgel zu bauen.“ Von Pfarrer Ulrich Clancett erhielt er freie Hand und so sicherte sich Alfons Lahey ein 56 Pfeifen zählendes Orgelregister nebst „jeder Menge Magnetventile.“
Lahey ist alles andere als ein mehr oder weniger begabter Amateur: Vor inzwischen zwölf Jahren als Leiter der Fernmeldewerkstatt des RWE Power-Vorgängers Rheinbraun in den Ruhestand gegangen, ist dem heute 70-Jährigen sein Beruf als Elektroniker bis heute das liebste Hobby geblieben.
Orgeln in St. Jakobus
Unter den Aus- und Einbauten während der fast zwei Jahrzehnte währenden Sanierung von St. Jakobus hatte die Orgel aus dem Jahr 1954 erheblich gelitten, so dass zuletzt drohte, dass sie teilweise unbespielbar werden würde. Mit der im Mai in Betrieb gegangenen, 1997 gebauten Orgel der in Mönchengladbach-Pesch geschlossenen Kirche, konnte vergleichsweise günstig ein Nachfolge-Instrument gefunden werden. Ein kompletter Neubau hätte bis zum Fünffachen gekostet und wäre nicht möglich gewesen.
„Mechanisch ist die Orgel bis auf ein paar Kleinigkeiten fertig“ und alle technischen Probleme sind Alfons Lahey zufolge zumindest theoretisch gelöst. Jetzt steht noch die Feinarbeit aus, „die man nicht mehr so gut sieht“, sagt Lahey, der „am liebsten im Mai direkt angefangen hätte: In Gedanken war ich immer bei der Orgel.“
Ähnlich wie bei einer Drehorgel soll das elektronisch gesteuerte, neue Instrument Lieder erklingen lassen - wobei Alfons Lahey keinen Hehl daraus macht, dass er am liebsten mit Weihnachtsliedern gestartet wäre. Von September bis November hat er zeitweise bis zu zehn Stunden am Tag an der Orgel gearbeitet. Dass es letztlich nicht ganz geklappt hat, termingerecht zum Fest fertig zu sein, lässt ihn nicht verzagen: Etwa zur Osterzeit möchte er die Arbeit endgültig abgeschlossen haben.
Bei der Suche nach einem Namen für die Orgel ist er vor längerer Zeit fündig geworden: „Alter Jakob“ prangt auf der Holzverkleidung der Orgel - die ihren Standort später einmal in der Kirche finden soll.
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