Jüchen (NGZ). Hackhausen Wie es gelingt, Schüler für die Natur, Schmetterlinge, Blütenpflanzen und den Zusammenhang von Landschaft und Artenvielfalt zu begeistern und dabei interessante Schulstunden zu gestalten, das war Ziel eines Projektes, das RWE Power und die Forschungsstelle Rekultivierung am Freitag auf dem Hof Hackhausen vorstellten.
Unter dem Titel „Wechselwirkungen zwischen Blütenpflanzen und Schmetterlingen in Rekultivierungsgebieten des Braunkohletagebaus“ hat die Biologielehrerin Sabrina Gerres das Material ihrer Examensarbeit weiterentwickelt. In Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle ist daraus eine umfangreiche Dokumentation entstanden.
Gemeinsam mit Landrat Dieter Patt, dem Kreis-Schuldezernenten Tillmann Lonnes, Bürgermeisterin Margarete Kranz sowie Alois Herbst, Leiter Liegenschaften von RWE Power, und Ulf Dworschak, Chef der Forschungsstelle Rekultivierung, hat die Autorin die Arbeitsunterlagen präsentiert.
„Das Material soll Schüler motivieren, die Natur wieder sinnlicher zu erleben und sie gleichzeitig für nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Handeln sensibilisieren“, erläutert Sabrina Gerres.
Zu diesem Artikel erscheint in der NGZ vom Samstag ein Porträt über Sabrina Gerres.
Aufwendig gestaltete Arbeitsblätter und ein ausführliches Beiheft befassen sich beispielsweise mit den Grundlagen der Biologie von Schmetterlingen und Blütenpflanzen oder dem Zusammenhang von Landschaft und Artenvielfalt.
Sie geben aber auch praktische Bastelanleitungen und Tipps zum Bau von Keschern und der Aufzucht von Raupen und zeigen den Stellenwert der Rekultivierungsgebiete wie Sophienhöhe, Elsbachtal, Königshovener Höhe, Boisdorfer See und Indeflur.
„Die rekultivierten Landschaften des rheinischen Braunkohlereviers sind für Schüler der Region erlebbare Beispiele für ökologische Zusammenhänge und interessante außerschulische Lernorte.
Es bleibt oft verborgen, wie viele Tier- und Pflanzenarten hier ihren nötigen Lebensraum vorfinden“, sagt Alois Herbst. Lehrer können das Material vielseitig einsetzen: für Exkursionstage und geschlossene Unterrichtsreihen - aber auch für Einzelstunden.
Es eignet sich für Gymnasiasten und Realschüler der Sekundarstufe I und ist nach den Richtlinien und Lehrplänen in Nordrhein-Westfalen der achten Jahrgangsstufe zuzuordnen. Das Thema Rekultivierung beinhaltet Aspekte aus den naturwissenschaftlichen Fachbereichen und dem Bereich der Geografie.
Das Projekt der Lehrerin und der Forschungsstelle wurde von Landrat Dieter Patt gelobt. „Man darf das Braunkohlerevier nicht einfach zurollen und den Spaten in der Erde stecken lassen“, meinte Patt.
„Diese unauffällige Station der Forschungsstelle leistet inhaltlich großartige Arbeit und kann gute Ergebnisse vorzeigen“. Margarete Kranz freute für Jüchen besonders, „dass neben den negativen Aspekten der Umsiedlung, in der Forschungsstelle für Rekultivierung etwas Besonderes entsteht“.
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