Jüchen (NGZO). Der Aufgabe des Hochneukircher Gewerbegebiets ließ der Rat nun eine Veränderungssperre folgen.
Hochneukirch In Bedburdyck und Gierath hält sich die Begeisterung über die Bezirksregierung Düsseldorf wegen des einstweilen auf Eis gelegten Baues eines Supermarkts in engen Grenzen – in Hochneukirch hat sich die Bezirksregierung bei manchen Politikern wegen der Aufhebung von Gewerbeflächen an der Peter-Busch-Straße unbeliebt gemacht.
Die Grundsatzentscheidung war bereits im Frühjahr gefallen: Weil die Gemeinde im Gebiet Jüchen-Ost knapp fünf Hektar neue Gewerbeflächen schaffen will, muss sie auf die in bereits vor Jahren Hochneukirch ausgewiesenen Gewerbeflächen verzichten – von diesem Tausch hat die Bezirksregierung die landesplanerische Zustimmung für die neuen Flächen in Jüchen abhängig gemacht, die an die Gewerbegebiet an der Neusser Straße und der Polostraße anschließen sollen.
Abgesehen von der teilweisen Aufhebung des Bebauungsplans erließ der Rat jetzt auch eine Veränderungssperre für das Gebiet an der Peter-Busch-Straße: Dies bedeutet, dass dort einstweilen nichts am bestehenden Zustand geändert werden darf, damit nicht eine künftige Planung durch die Gemeinde beeinträchtigt oder gar unmöglich gemacht wird.
Veränderungssperre erlassen
Zumindest theoretisch bestünde jedenfalls ohne das Instrument der Veränderungssperre die Gefahr, dass Anträge von potenziellen Gewerbetreibenden gestellt und positiv beschieden werden müssten, da ein rechtskräftiger Bebauungsplan vorliegt.
Jüchens Vizebürgermeister Karl-Heinz Ehms (CDU), der schon im Frühjahr vehement Front gegen die Aufgabe des Gewerbegebiets in Hochneukirch gemacht hatte, ließ erneut keinen Zweifel daran, dass die Begründung hierfür und die nun erlassene Veränderungssperre sehr wohl "eine Diskussion wert" seien. Der Rat war allerdings erneut mehrheitlich anderer Ansicht, allzu grundsätzlich gingen die Politiker das Thema nicht mehr an. Für Thomas Dederichs (Bündnis 90/Die Grünen) stellte sich die Entscheidung für eine Veränderungssperre als "sachlich haltbar dar".
Für die CDU und die FDP wiesen die Fraktionsvorsitzenden Norbert Esser und Herbert Altenberg darauf hin, dass die Veränderungssperre in der Logik des bereits vom Rat mehrheitlich Beschlossenen liege. Für die Freie Wählergemeinschaft (FWG) stellte deren Fraktionschef Gerolf Hommel noch einmal klar, dass die Wählergemeinschaft "strikt gegen die Aufgabe des Gewerbegebiets. Die Art und Weise passt uns gar nicht – wir bleiben bei unserem Nein", gab Hommel zu Protokoll.
"Hochneukirch gebeutelt genug"
Karl-Heinz Ehms hat die Befürchtung, dass Hochneukirch durch derartige Entscheidungen noch mehr als bisher ohnehin schon zu einem "Randgebiet" werde. Angesichts der Belastungen durch den Tagebau und die Autobahnen sei der Ort bereits jetzt gebeutelt genug. Für den heimischen Nachwuchs gebe es inzwischen kaum noch eine Möglichkeit, im Ort selbst ein Gewerbe zu betreiben.
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