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Jüchen: Biogas-Anlage bleibt umstritten

VON DANIELA BUSCHKAMP - zuletzt aktualisiert: 27.01.2010 - 21:30

Jüchen (NGZO). "Heißer Draht" der NGZ zur geplanten Biogas-Anlage bei Hochneukirch: Die Gegener fürchten mehr Verkehr und einen Verlust an Lebensqualität, die Befürworter setzen auf die Chance, regenerative Energien zu nutzen.

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Was die Gemeinde tut

Die Planungshoheit für das Biogas-Projekt liegt bei der Stadt Mönchengladbach, auf deren Areal die Anlage gebaut werden soll. Die Gemeinde kann Bedenken bei der Änderung des Flächennutzungsplans oder bei der Aufstellung des Bebauungsplans äußern. "Die Unterlagen werden kritisch geprüft", sagt Jüchens Pressesprecher Norbert Wolf.

Hochneukirch Die geplante Biogas-Anlage beschäftigt die Menschen – auch nach der Informationsveranstaltung des Investors NVV. Dies zeigte gestern der "Heiße Draht". Was viele Anwohner durch Großprojekt nahe von Hochneukirch fürchten: mehr Lärm und weniger Lebensqualität.

Hans-Juergen Kelzenberg, vor 20 Jahren in die "nette ländliche Umgebung gezogen", zieht eine negative Bilanz: "Viel ist von der netten, ländlichen Umgebung nicht geblieben." Die Biogas-Anlage werde zur Folge haben, dass sich "das Verkehrsaufkommen weiter verschlimmern wird. Durch die Ansiedlung von ,Polo' und durch die Erweiterung des Gewerbegebiets in Jüchen sowie des Gewerbegebiets an der A 61 ist eine deutliche Zunahme des Verkehrs spürbar – zumal viele Laster, um Maut zu sparen, die Abkürzung über Jüchen und Hackhausen bis zur A61 nutzen." Was er fürchtet: "Die Immobilienpreise werden massiv fallen."

Gerolf Hommel, Ratsherr der FWG, sieht Hochneukirch belastet: "Wir leiden unter Bergschäden, Fein- und Grobstaub, Lärm durch Tagebau und Autobahn, zu viel Verkehr, Windräder und Gestank durch die Kompostierungsanlage – nun kommt noch die Biogas-Anlage." Durch die Nutzung von Mais würde sich die Ware verteuern. Statt eines Preisvorteils für NVV-Kunden "wird der Strom teurer: Strom aus Biomasse verteuert den Preis je Kilowattstunde um 1,046 Cent, nachzulesen auf der NVV-Homepage."

Mario Broisch, Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Hochneukirch-Otzenrath, schätzt den Einfluss auf das Verfahren als "gering" ein. "Problematisch ist die Verkehrsbelastung durch die Anfahrt von Mais und Gülle sowie durch den Abtransport der Gärsubstrate."

Norbert Schultheis schätzt die Anlage als "Möglichkeit, regenerative Energien zu nutzen – wenn man davon ausgehen kann, dass moderne Anlagen keine unangenehmen Gerüche freisetzen." SPD-Chef Holger Tesmann machte deutlich: "Die Anlage in Wickrath macht nicht ,Hochneukirch kaputt', wie ein überbesorgter Bürger behauptete, sondern legt den Grundstein für eine bessere Zukunft, wenn die Belastungen durch den Braunkohlentagebau beendet sein werden." Die ländliche Gemeinde Jüchen, Rat und Verwaltung, hätten "Verantwortung gegenüber ihren Landwirten". Deutlich genug hätten diese ihr "existenzielle Interesse" an der Anlage betont. Allerdings sei die Verlagerung des Verkehrs ein "ernsthaftes Problem".

Quelle: RP

 
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