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Jüchen: Biogasanlage erfordert neue Wege

VON VOON SEBASTIAN MEURER - zuletzt aktualisiert: 22.12.2009 - 21:30

Jüchen (NGZO). Karl-Heinz Ehms (CDU) hofft auf einen Ausbau der Grubenrandstraße, falls die Biogasanlage kommen sollte.

Hochneukirch Vor einem Jahr hatten Paul Rutten und Rainer Sender von der Niederrheinischen Versorgung und Verkehr (NVV) dem Haupt- und dem Planungsausschuss das Projekt einer Biogasanlage an der Grenze von Mönchengladbach zu Hochneukirch vorgestellt. Damals stießen sie auf deutliche Kritik der Jüchener Kommunalpolitiker, lediglich die SPD-Fraktion wollte die Biogasanlage nicht direkt ablehnen.

Nachdem das Thema nahezu das ganze Jahr über von der öffentlichen Tagesordnung verschwunden war, ist es mittlerweile wieder dorthin zurückgekehrt. Nach einer ersten Informationsveranstaltung in Wanlo am 14. Januar soll am 19. Januar eine für die Hochneukircher Bürger im Foyer der Hauptschule folgen. War vor einem Jahr Güdderath als Standort in Betracht gezogen worden, ist nach den Worten von Bürgermeister Harald Zillikens jetzt davon die Rede, die Biogasanlage unmittelbar neben die Kompostieranlage zu platzieren – auf Mönchengladbacher Gebiet, jedoch in unmittelbarer Nähe Hochneukirchs. Der Ort wird – wie der Verwaltungschef betont – in jedem Fall betroffen sein: "Schließlich ist Hochneukirch aus östlicher Richtung die einzige Zufahrtsmöglichkeit." Für besondere Empörung hatte vor einem Jahr die Tatsache gesorgt, dass die Umsiedlungsorte Otzenrath und Holz auf den von der NVV präsentierten Karten gefehlt haben.

Zu denjenigen, die der Bürgerversammlung im Januar mit gespanntem Interesse entgegen sehen, zählt auch der stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Ehms, der 2008 einer der Wortführer des Jüchener Protests gegen eine Biogasanlage an der Grenze zu Hochneukirch war. Die CDU sei nicht generell gegen Biogasanlagen, doch habe Hochneukirch schon genug Belastungen zu ertragen, so Ehms' Standpunkt. "Der Zugangsverkehr wird zu einem Drittel durch Hochneukirch gehen", beschreibt er eine der möglichen Konsequenzen einer solchen Anlage. Karl-Heinz Ehms will jetzt erst einmal das Treffen im Januar abwarten, immerhin "hat die NVV ja angekündigt, Zuwegungen neu zu bauen." Aus seiner Sicht "würde sich hier die Grubenrandstraße anbieten", deren Ausbau bis Wanlo seit langem von der Jüchener Politik gewünscht wird.

In das Gemeinschaftsprojekt von NVV und von Landwirten aus der Region sollen insgesamt etwa zehn Millionen Euro investiert werden. Um die Anlage profitabel betreiben zu können, sind jährlich 30 000 Tonnen Mais nötig, die auf einer 500 Hektar großen Flächen angebaut werden sollen. Um den biologischen Verarbeitungsprozess zu stabilisieren, kommen 3000 Tonnen Rindergülle hinzu.

Quelle: RP

 
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