Jüchen (NGZ). Die geplante Biogasanlage in Wanlo sorgte für Aufregung in Hochneukirch: Die Anwohner fürchteten starke Belastungen durch Verkehr. Nach Initiative von Bürgermeister Zillikens kann die NVV Straßen von RWE nutzen.
Neue Wege bei der Planung für die Biogasanlage bei Wanlo: Knapp zehn Millionen Euro will der Energieversorger NVV (Niederrheinische Versorgung und Verkehr) in das Projekt unweit des Jüchener Ortsteils Hochneukirch investieren – ein Vorhaben, das im Vorfeld kritisiert wurde. Ein Kritikpunkt der Jüchener: Mehr Verkehr durch die Orte Hackhausen und Hochneukirch. "Wir haben eine Lösung für eine andere Verkehrsführung gefunden", sagt NVV-Prokurist Paul Rutten. "Damit werden Traktoren und Lastwagen um Hochneukirch, direkt zum Standort, geführt."
Im Herbst 2011 soll die neue Anlage – nach dem Vorbild von Wassenberg – fertig sein. Als Standort hat sich die NVV für ein 4,5 Hektar großes Areal in Wanlo entschieden, in direkter Nähe von der Autobahn 61, der Kompostierungsanlage – und von Hochneukirch. Pro Jahr sollen 30 000 Tonnen Mais sowie Getreide und Rindergülle in den Energieträger Biogas umgewandelt werden. Dieser kommt als Erdgas dann direkt in das Leitungsnetz des Energieanbieters. Der Investor geht von ausreichend Strom für 1500 Haushalte aus.
Veranstaltung in Wanlo
Wer? Investor NVV und Stadt Mönchengladbach als Veranstalter.
Was? Info-Veranstaltung zur Bauleitplanung der Stadt Mönchengladbach für Bürger aus Wanlo und Hochneukirch.
Wo? In der Mehrzweckhalle, An der Kirche, in Wanlo.
Wann? Am Donnerstag,15. April, ab 16 Uhr; Kurzvortrag ab 18 Uhr.
Ein Kritikpunkt vieler Hochneukircher wie etwa Mario Broich, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands Otzenrath-Hochneukirch: "Wir sind schon durch den Tagebau belastet. Durch die Biogasanlage würde weiterer Verkehr hinzu kommen." Der Hochneukircher Gerolf Hommel (Freie Wählergemeinschaft Jüchen) geht in seiner Kritik weiter: "Die Biogasanlage in Wanlo sorgt für einen weiteren Verlust an Lebensqualität." Die Verkehrsbelastung sei bereits aktuell "nervend"; auch die Frage nach den gesundheitlichen Folgen stelle sich für die Bürger.
Für NVV-Prokurist Paul Rutten ist mit der neuen Verkehrsführung ein "wichtiger Kritikpunkt ausgeräumt": "Nach intensiven Verhandlungen mit RWE Power können wir jetzt die Grubenrandstraße des Unternehmens benutzen." Weiterhin sollen die Fahrzeuge der anliefernden Landwirte über Wirtschaftswege rollen, so dass sie erst an der Kreisstraße 19, direkt vor der Anlage, wieder auf die Straße kommen. "Natürlich können wir nicht ausschließen, dass auch mal einzelne Traktoren durch Hochneukirch fahren werden, aber für den allgemeinen Verkehr ist eine Lösung gefunden worden", so Rutten.
Mit der sich auch der Jüchener Verwaltungschef Harald Zillikens zufrieden zeigt: "Damit ist das Verkehrsproblem für Hochneukirch gelöst", so der Bürgermeister. Er hatte sich intensiv für diese Alternative eingesetzt. Der Vertrag zwischen NVV und RWE Power über die Straßennutzung und auch die Übernahme möglicher Schäden steht, so Paul Rutten, vor dem Abschluss.
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