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Jüchen: „Der Funke ist übergesprungen“

zuletzt aktualisiert: 06.09.2007 - 21:30

Jüchen (NGZ). Gierath (drei) Von Alltagstrott kann bei der 48 Jahre alten Ellen Weitz keine Rede sein. Und auch, wenn sie sich mit der katholischen Kirche identifiziert, heißt das noch lange nicht, dass sie altmodisch oder festgefahren ist. Denn auf Initiative der Gemeindereferentin ist in Gierath in diesem Jahr zum ersten Mal ein Firmvorbereitungskursus für Erwachsene zustande gekommen - ursprünglich sieht die Kirche die Firmung im jugendlichen Alter vor.

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Fragen beantwortet Ellen Weitz unter 0 21 81 / 4 09 65 oder ellen.weitz@gmx.de.

„Zwei unserer Gruppenleiterinnen haben mich darauf gebracht“, erklärt Ellen Weitz, „als sich in einem Gespräch herausstellte, dass sie selber gar nicht gefirmt sind - und da kam die Idee, einen Kursus speziell für Ältere anzubieten.“ Das zuständige Bistum in Aachen hatte mit diesem Vorhaben kein Problem. „Im August hatten wir bereits unser erstes Treffen“, sagt die Gemeindereferentin, die sich insgesamt sechs Mal mit den sechs Teilnehmern zwischen 24 und Ende 40 trifft, um ihnen die Firmung und ihre Bedeutung näher zu bringen.

Dabei fällt auf: nur Frauen besuchen den Kursus. „Erstaunt hat mich das nicht“, gibt Weitz zu, „es ist häufig so, dass eher Frauen den Weg in die Kirche finden, da sie in vielen Fällen mehr Zeit in die Erziehung investieren und mit dem Thema Glauben eher konfrontiert werden.“ Dem kann Silke Voigt nur zustimmen. „Ich bin von zu Hause aus nicht sehr religiös erzogen worden“, erzählt die 40 Jahre alte Gieratherin, „aber als meine Tochter jetzt zur Kommunion gegangen ist, hat mir das viel gegeben und dann ist der Funke übergesprungen.“

Die Beweggründe der anderen sind ganz unterschiedlich: eine möchte heiraten, die nächste Taufpatin werden, andere haben das gleiche wie Silke Voigt erlebt. Die gemeinsamen Treffen empfindet sie als Bereicherung. „Wir diskutieren sehr viel und haben zum Teil ganz unterschiedliche Ansichten über den Glauben und Gott“, sagt Silke Voigt.

„Es ist wirklich erstaunlich, was dabei rumkommt, aber es gefällt mir sehr gut.“ Zweifeln ist bei den Diskussionen nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht. „Zweifel im Glauben ist eine Glaubenserfahrung, die ganz normal und sehr wichtig ist“, erklärt Gemeindereferentin Ellen Weitz den Prozess.

Krönender Abschluss des Erwachsenenkursus ist die Firmung am 4. November im Aachener Dom mit Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff. „Wir hätten auch hier in Gierath mit den Jugendlichen gefirmt werden können“, sagt Silke Voigt, „aber in einem so wunderschönen Dom ist das natürlich schon etwas anderes.“

Quelle: NGZ


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