Ursula Schachschneider stellte im Haus Katz aus (NGZ). Die Grevenbroicher Künstlerin Ursula Schachschneider stellte ihre Werke am vergangenen Wochenende in Haus Katz in Jüchen aus. Anschließend werden die Bilder im Rathaus der Gemeinde Jüchen zu sehen sein. "Under Surface" nennt Ursula Schachschneider ihre jüngste Ausstellung, in der sie ihre Aquarelle, gespachtelten Aquarelle und Acryl-Collagen und -Strukturbilder zeigt. Ihr bevorzugtes Bild ist "Under Surface II" - eine Collage, die dem Meeresboden abgeguckt ist. Ursula Schachschneider: Collagen mit Struktur sind ihr Markenzeichen. NGZ-Foto: M. Reuter
"Collagen sollten keine glatte Oberfläche haben; sie sollten Struktur besitzen", meint Schachschneider. Und die arbeitet sie bevorzugt heraus mit Sandsteinen, Muscheln und Holzstücken, die sie beim Tauchen und Schnorcheln findet. An der Collage "Under Water" sieht der Betrachter noch deutlicher, welche Anziehungskraft das Meer auf die Künstlerin ausübt: Ein Schwall kleinster Luftblasen sprudelt quirlig vom Meeresgrund hinauf an die Wasseroberfläche. Das Spachteln von Aquarellen ist eine faszinierende Technik. Dabei wird die Farbe auf einer kleinen Fläche aufgetragen und mit einer gezogenen oder gedrehten Spachtelbewegung auf dem Bildgrund verteilt. "Macht man dies mit mehreren Farbschichten übereinander, erreicht man Farbtöne, die man mit dem Pinsel niemals erzielen könnte", erklärt Schachschneider bei einem Rundgang durch die Ausstellung am Bild "Abendgang".
"In His Prime" ist auf die selbe Weise entstanden. Dort steht ein junger Mann in einem Torbogen. Er hat die Hände in den Hosentaschen vergraben. Durch das Spachteln der eingesetzten Strukturpaste ergibt sich eine derartige räumliche Wirkung, dass man die Figur geradezu fühlen kann. Im Bild "Stadtmauer" hat Ursula Schachschneider die Technik mit herkömmlicher Aquarellmalweise zu interessanten Perspektiven verbunden. Sie zeigt jedoch auch unverfremdete Aquarelle, die sehr gegenständlich gehalten sind. Auch ohne einen Blick in die Bilderliste sieht man, dass es sich um "Brombeeren", "Wassergefälle" oder ein "Blumenbouquet" handelt.
Der Besucher verlässt die Ausstellung angenehm unterhalten und nicht etwa mit verstörtem Blick oder gar der Kardinalfrage "Was wollte mir die Künstlerin damit eigentlich sagen?". Ursula Schachschneider bezeichnet sich als Autodidaktin, die sich nach der Beschäftigung mit der Seidenmalerei von 1990 an der Aquarelltechnik zugewandt hat. Wichtige Impulse dazu gab ihr im Jahr 2001 die Neusser Grafikerin Renate Linnemeyer. Inzwischen hat Ursula Schachschneider eine Reihe von Ausstellungen in Neuss, Mönchengladbach, Korschenbroich, Düsseldorf, Rommeskirchen und Grevenbroich organisiert.
Seit Februar 2003 ist sie die zweite Vorsitzende des Kunst- und Kulturkreises Rommerskirchen. In Kursen für Kinder und Erwachsene gibt sie ihre künstlerischen Fähigkeiten gerne weiter. Über die Landesgrenzen hinaus erhielt sie Bedeutung durch die Illustrierung des historischen Romans "Jan Voss", der im SeitenWind-Verlag erschienen ist. Die Bilder der Ausstellung "Under Surface" wechseln nun in das Rathaus der Gemeinde Jüchen, wo sie noch bis zum 2. Juni zu sehen sein werden. sk
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