Jüchen (NGZ). Ray Manzarek und Robby Krieger, zwei der "Doors"-Gründer, zeigten bei ihrem einzigen Konzert in Deutschland, dass sie 500 Zuschauer jeden Alters begeistern können – mit Hits wie "Light my Fire" oder "Alabama Song".
Henk, ein noch immer etwas trauriger holländischer Fussballfan, ist extra aus dem 100 Kilometer entfernten Eindhoven angereist, um sich die Musik seiner Lieblingsband anzuhören. Er steht total auf die "Doors", hat so gut wie alle Platten aus Vinyll im Schrank. In Jüchen nutzte er die seltene Möglichkeit, zwei der originalen Gründungsmitglieder auf der Bühne zu erleben – beim einzigen Konzert in Deutschland war der Andrang groß.
Die Atmosphäre im "redhot" ist gewöhnungsbedürftig; das Konzert findet in der eher nüchternen, teils bestuhlten Edelstahl-Cafeteria statt, um kurz nach 21 Uhr ist es drinnen immer noch taghell. Zu Klängen der "Carmina Burana" kommen die Hauptakteure auf die Bühne, aber nach ein paar Sekunden "Roadhouse Blues" ist dann plötzlich doch alles so, wie auf jedem guten Konzert.
Stars bei Polo
The Cult: Am Samstag, 31. Juli, treten "The Cult" um 21 Uhr (Einlass: 19.30 Uhr) im Polodrom auf. Tickets im Vorverkauf 31,90 Euro.
Simple Minds: Am Sonntag, 29. August, 19.30 Uhr (Einlass: 18 Uhr). Karten kosten 43,90 Euro im Vorverkauf.
Da scheppert die alte Vox-Orgel, ein Sound, der jeden sekundenschnell wieder in die Zeit zurückversetzt. Ray Manzarek, der Chef, spielt sie persönlich. Auf der anderen Seite der Bühne sein Weggefährte Robby mit seiner Gibson – ein Duo, das seit mehr als vierzig Jahren sehr gut funktioniert. Nebendarsteller gibt es nicht. Miljenko Matijevic, ein Energiebündel am Mikrofon, hat das Publikum schnell überzeugt, Bassist Phil Chen, tut das, was alle Bassisten tun, und Ty Dennis, Kraftprotz an den Drums: Sie unterstützen in bester Manier.
Mit "Break On Through" zeigt Matijevic eindrucksvoll, wie nahe er dem Mythos Jim Morrison stimmlich kommt, mit dem "Alabama-Song" beweist die Band Authentizität. Bruno Lauth und Tochter Sarina aus Lemgo sind beeindruckt vom druckvollen Spiel: "Ich habe die Band, auch in anderer Formation, schon oft gesehen; jetzt hat sie mich wieder einmal überzeugt." Unübersehbar ist, dass diese Musik alle Generationen fasziniert. Dann, nach zwei Stunden, fast der Schluss. Das Publikum stimmt für "Light My Fire" als Zugabe. Das Stück wächst auf über zehn Minuten, vier Soli werden eingearbeitet, die Herren packen noch einmal aus. Michael aus Gladbach strahlt: "Die haben es wirklich noch drauf!"
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.