SPD enthält sich der Stimme (NGZO). SPD enthält sich im Planungsausschuss zu dem 4,1-Millionen-Euro-Projekt: "Es gibt kein Finanzierungskonzept"
Bedburdyck/Gierath (S.M.) Es dürfte das mit Abstand größte Projekt sein, das der neu gewählte Gemeinderat in den kommenden fünf Jahren vor der Brust hat: 4,1 Millionen Euro soll der Bau einer neuen Dreifachsporthalle an der Gierather Straße kosten – so jedenfalls lautet die vorläufige Kostenschätzung . Im Haushalt 2010 sollen vier Millionen Euro veranschlagt werden.
Nachdem der Rat im September den Grundsatzbeschluss für den Bau der Halle gefasst hatte, ging es im Planungsausschuss jetzt bereits um den Bebauungsplan: Einstimmig sprach sich das Gremium dafür aus, die Öffentlichkeit, die maßgebenden Behörden und andere Einrichtungen an der Planung zu beteiligen. Der Beschluss fiel einstimmig aus – allerdings enthielt sich die SPD der Stimme.
"Wir sind für eine neue Turnhalle", beteuerte der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Holger Tesmann. Gleichwohl hätten die Sozialdemokraten stets darauf hingewiesen, dass es für den Bereich Bedburdyck/Gierath "ein langfristiges" und ein planerisches "Gesamtkonzept" geben müsse. "Es gibt kein Finanzierungskonzept, das es erlaubte, zustimmen zu können", begründete Dr. Tesmann die Stimmenthaltung der drei Sozialdemokraten im Planungsausschuss.
Die übrigen Parteien meldeten sich nicht zu Wort, nachdem die Fraktionsvorsitzenden Norbert Esser (CDU) und Herbert Altenberg (FDP) dies bereits bei der Vorstellung der Kooperationsvereinbarung von CDU und Liberalen bereits ausgiebig getan hatten. Für die neue Mehrheit im Jüchener Gemeinderat gehört der Bau der Dreifachturnhalle zu den wichtigsten gemeinsamen Projekten, das sie sich in dieser Wahlperiode vorgenommen haben. Anhaltspunkte dafür, dass die sich verschlechternde Haushaltssituation sich nachteilig auf die Realisierung dieses und anderer Vorhaben auswirken könnte, hat Herbert Altenberg nicht, dem zufolge durch eine solche Investition "schließlich auch Werte geschaffen werden". Ebenso sieht es Norbert Esser, der ankündigte, dass CDU und FDP bei der Behörden für die neue Halle notfalls "kämpfen" würden, da sie sich gewiss seien, die besseren Argumente zu haben.
Die Zurückhaltung der SPD ist angesichts ihres bisherigen Kurses durchaus konsequent. Als vor fast auf den Tag genau einem Jahr der Bau der beiden Kunstrasenplätze in Hochneukirch und Jüchen verschlossen wurde – sie sollen zum Jahresende fertig sein – war die SPD gleichfalls im Prinzip dafür, entfachte jedoch im Fachausschuss und im Rat einen heftigen Streit um die in ihren Augen auch dabei ungeklärte Finanzierung.
Das Gelände, auf dem die neue Sporthalle entstehen soll, ist rund 13 400 Quadratmeter groß, liegt zwischen Bedburdyck und Gierath und ist 130 Meter von den nächsten Wohnhäusern entfernt. Dieser Abstand seit ausreichend groß, um etwaige Konflikte in Sachen Lärmbelästigung von vornherein ausschließen zu können, wie der Begründung für den Entwurf des Bebauungsplans zu entnehmen ist. Kein Problem ist angesichts der unmittelbar angrenzenden Landstraße 71 die Erschließung.
Die Halle soll eine Tribüne erhalten, die Platz für knapp 200 Menschen bietet. In einem Foyer inklusive einer Thekenanlage ist eine Cafeteria geplant. Vorgesehen sind neben einem Geschäftszimmer und einem Jugendraum auch drei Geräteräume – für jeden Teil der Dreifachhalle einen. Für große Sportgeräte wie Rhönräder oder Tischtennistische soll es gesonderte Unterstellmöglichkeiten geben. Darüber hinaus sieht die Planung sechs Umkleide- und Duschräume vor.
Dem Sportausschuss zufolge sollen auch alternative Finanzierungsmodelle geprüft werden. Die Auftragsvergabe ist für April nächsten Jahres geplant, damit bereits im Mai kommenden Jahres mit dem Bau der Halle begonnen werden kann.
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