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Jüchen: Ein Lindwurm als Tausendfüßler

VON STEFAN REINELT - zuletzt aktualisiert: 20.02.2012

Jüchen (NGZ). Ohne Großwagen, dafür mit viel Liebe zum Detail und tollen Fußgruppen feierten Garzweiler seinen Straßenkarneval. Nur ein Kinderprinzenpaar wurde vermisst. Die Organisatoren hoffen auf das nächste Jahr.

Ohne Wagen, aber mit viel Liebe gestalteten die Garzweiler Narren ihren Tulpensonntag. Als Fußgruppen zogen sie durch den Ort.  Foto:  Reuter
Ohne Wagen, aber mit viel Liebe gestalteten die Garzweiler Narren ihren Tulpensonntag. Als Fußgruppen zogen sie durch den Ort. Foto: Reuter

Der närrische Lindwurm in Garzweiler hat sich zum Tausendfüßler gewandelt. Wegen hoher Auflagen vom Tüv konnten für den Karnevalszug keine großen Wagen mehr gebaut werden. Deswegen wollte aber kein Jeck auf seine Teilnahme verzichten. Und so zogen gestern Nachmittag 14 Gruppen zu Fuß durch den Ort.

Das Wurfmaterial wurde in Anhängern, Boller- oder Einkaufswagen transportiert, und auch auf der kleinsten Karre war noch Platz für eine Musikanlage mit Partymusik. Mit "Helau" und "Halt Pohl" forderten die Zuschauer Kamelle. Als Vogelscheuchen verkleideten sich Pioniere und weitere Schützen aus Jüchen.

Info

Ohne Wagen

Herbst 2010 Der Elferrat Garzweiler beschließt den Verzicht auf Großwagen.

Hintergrund sind neue Vorschriften, die Straßenverkehrsamt und TÜV den Wagenbauern aus Sicherheitsgründen auferlegten. So müssen die Wagen it eingebauten Sitzplätzen und Treppen ausgerüstet sein.

Zum fünften Mal war die Gruppe dabei. "Bisher sind wir immer kunterbunt gegangen, doch dieses Mal wollten wir ein einheitliches Kostüm", sagte Ralph Brenneke. Hauptbestandteil ihrer Verkleidung war ein Kartoffelsack, verziert mit Blumen.

Bei den Vogelscheuchen flogen nicht nur Süßigkeiten, sondern auch deftige Blutwurst in die Menge. Bei den Bienen und Imkern gab's dagegen mit Bonbons und Schokoriegeln nur Süßes zu fangen. Der Freundeskreis marschiert bereits seit zehn Jahren beim Karnevalszug mit und hatte sich auch für dieses Mal wieder eine Kostümierung überlegt, die es ihrer Meinung nach so noch nicht gegeben hat.

Dem Thema Märchen wandte sich ein Frauenstammtisch aus Garzweiler zu. Ihr diesjähriges Motto "Jüchen hat keine Berge, dafür Schneewittchen und ganz viele Zwerge" zierte ihren Anhänger. Auch am Straßenrand zeigten Zuschauer Kreativität bei ihrer Kostümierung, etwa als Albert Einstein oder Paketdienstfahrer in kurzen Hosen.

Rund eineinhalb Stunden zog der Karnevalzug durch Garzweiler. Den Schluss bildete wie gewohnt der Elferrat. "Auch wenn auf die Karnevalswagen verzichtet werden musste, haben alle wieder mitgemacht", freute sich Zugleiter Axel Kusch. Für das kommende Jahr wünscht er sich endlich wieder ein Kinderprinzenpaar.

Quelle: NGZ


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