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Jüchen: Eltern wollen Zweizügigkeit erhalten

zuletzt aktualisiert: 21.04.2008 - 21:30

Jüchen (NGZ). Otzenrath Ab dem Schuljahr 2009/2010 soll die Janusz-Korczak-Grundschule statt wie bisher zwei- nur noch einzügig betrieben werden. Dem Gemeinderat, der sich am Donnerstag zu seiner nächsten Sitzung trifft, liegt hierzu eine einstimmige Empfehlung des Schul- und Jugendausschusses vor. Zugleich sehen sich die Politiker mit heftigem Widerspruch der Eltern konfrontiert.

Ab dem Schuljahr 2009/2010 soll die Janusz-Korczak-Schule in Otzenrath nur noch einzügig betrieben werden. Gegen diese Pläne wendet sich jetzt vehement eine Elterninitiative. Foto: NGZ
Ab dem Schuljahr 2009/2010 soll die Janusz-Korczak-Schule in Otzenrath nur noch einzügig betrieben werden. Gegen diese Pläne wendet sich jetzt vehement eine Elterninitiative. Foto: NGZ

Einem Offenen Brief der Gemeindeschulpflegschaft um ihren Vorsitzenden Wilfried Claßen folgte jetzt ein weiteres Schreiben an Bürgermeisterin Margarete Kranz und die Fraktionsvorsitzenden, das spontan von acht Familien unterzeichnet worden ist, wie die Mitinitiatorin Monika Berg sagt. Aus der Sicht der Eltern sprechen drei Gründe gegen die geplante Einzügigkeit:

Das „überzeugende pädagogische Konzept der Schule“ werde ebenso gefährdet wie „der Erhalt des hoch motivierten Lehrerkollegiums“ befürchten die Eltern. Würde die Grundschule nur noch einzügig geführt, könnte dies aus ihrer Sicht zur Folge haben, „dass Stellen ausscheidender Kolleginnen nicht mehr besetzt werden“. Vielmehr sei damit zu rechnen, „dass sich Lehrerinnen auf Stellen an anderen Schulen bewerben“, heißt es in dem Brief von Monika Berg und ihren Mitstreitern. Ihre Sorge ist, dass dies „eklatante Auswirkungen auf die Motivation der Lehrkräfte und die Qualität des Unterrichts“ hätte.

Zudem wäre die geplante Einzügigkeit aus ihrer Sicht „eine Verschwendung öffentlicher Gelder“: Die erst vor anderthalb Jahren eingeweihte und für 2,2 Millionen Euro errichtete Schule sei mit ihren acht Klassenzimmern von vornherein auf Zweizügigkeit ausgelegt gewesen, führen die Eltern als weiteres Argument ins Feld. „Die Schule erst zu höheren Kosten zweizügig zu bauen, um sie dann einzügig zu betreiben“ wirft ihrer Auffassung zufolge „ein schlechtes Bild“ auf die finanzpolitische Kompetenz der Ratsgremien.

Die Eltern bitten die Politiker, „die Entscheidung zu überdenken und sich dafür einzusetzen, dass der Gemeinderat dem Vorschlag des Schulausschusses nicht folgt.“

Die Chancen hierfür stehen freilich nicht gut, wie unter anderem die Einstimmigkeit des Votums deutlich macht. „Oberstes Ziel der Gemeinde ist die Beibehaltung ortsnaher Grundschulen und zwar aller fünf“, wie Bürgermeisterin Margarete Kranz erklärt. Angesichts ohnehin sinkender Kinderzahlen soll nach ihren Worten verhindert werden, „dass die Grundschule in Hochneukirch nicht mehr existieren kann“.

Setze sich der bisherige Trend fort, könne dies bereits in zwei bis drei Jahren der Fall sein, so die Bürgermeisterin. Hinzu käme, dass bei einer weiteren Zweizügigkeit der Janusz-Korczak-Grundschule dort „erhebliche Ausbaumaßnahmen für die Offene Ganztagsschule nötig wären.“ Zwar sei richtig, dass die Schule ursprünglich zweizügig konzipiert gewesen sein, doch da hatten wir noch nicht den Offenen Ganztag“, wie Margarete Kranz betont.

Sollte der Rat - wie derzeit zu erwarten ist - nicht in ihrem Sinne entscheiden, wollen die Eltern Schulministerin Barbara Sommer über das Problem informieren.

Quelle: NGZ


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