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Jüchen: Es fehlt an Fingerspitzengefühl

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 17.04.2008 - 21:30

Jüchen (NGZ). Jüchen Kranz oder Kriesemer? Diese Frage war bei der jüngsten Versammlung des CDU-Gemeindeverbandes eher zweitrangig. Hinter geschlossenen Türen ging es vor allem darum, wie die Jüchener Union mit der Bürgermeister-Frage umgeht. Und dabei musste sich Parteichef André Meyer heftige Kritik seiner Parteifreunde gefallen lassen.

Der Grund: „Es ging um das parteiinterne Verfahren bei der Bürgermeister-Frage. Also um die Art und Weise, wie miteinander kommuniziert wird“, erklärte Meyers Stellvertreter, Siegfried Henkel, am Donnerstag gegenüber der NGZ.

Der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Hochneukirch-Otzenrath kritisiert, dass André Meyer seinem Geschäftsauftrag als Vorsitzender nicht ausreichend nachgekommen sei: „Sein Job ist es, in der Frage des Spitzenkandidaten tätig zu werden.

Die Kandidatur von Ralf Kriesemer hätte er mit dem Vorstand absprechen müssen“, meint Henkel. Da der Parteichef bekanntlich kritisch der Bürgermeisterin gegenüber stehe, hätte er sich selbst in der Frage Kriesemer zurückhalten sollen.

Und: „Es ist schon merkwürdig, wenn sich Margarete Kranz innerhalb einer kurzen Frist in der B-Frage erklären soll, während andere erstaunlicherweise damit noch Zeit bis zur nächsten Mitgliederversammlung im September haben“, so Siegfried Henkel.

Nach Auffassung einiger Jüchener CDU-Spitzen fehle es dem Gemeindeverbandsvorsitzenden am nötigen Fingerspitzengefühl, es seien im Rahmen der Vorstandssitzung diverse Defizite bemängelt worden.

„Den Kritikern liegt daran, die betriebene Demontagepolitik gegenüber der Amtsinhaberin Margarete Kranz zu unterbinden - zum Wohle der Partei“, stellt der Vize-Vorsitzende des Gemeindeverbandes klar: „Denn letztlich sind es die Wähler, die die Aktivitäten der Parteien beobachten und am Ende politische Mehrheiten schaffen.“

Siegfried Henkel, der zu den Befürwortern einer erneuten Kandidatur von Margarete Kranz zählt, geht davon aus, dass sich die Bürgermeisterin in absehbarer Zeit positionieren werde. „Sie wird sicher wieder kandidieren - und dabei kann sie mit vielen Mitgliedern der Union rechnen, die ihr dabei den Rücken stärken werden. Im Gemeinderat hat sie nicht unbedingt die Vielzahl ihrer Befürworter. Souverän aber ist die Mitgliederversammlung - das darf nicht vergessen werden“, erklärt Henkel.

Während der Ortsverband Bedburdyck-Gierath bereits einen einstimmigen Vorstandsbeschluss gefasst habe, den Kandidaten Ralf Kriesemer zu tragen, hat sich die Hochneukirch-Otzenrather Union in der Bürgermeister-Frage noch nicht positioniert.

Siegfried Henkel jedoch macht keinen Hehl daraus, dass er persönlich auf Margarete Kranz setzt: „Sie leistet eine sachorientierte Arbeit, genießt eine hohe Popularität bei den Bürgern und kann damit nahtlos an ihre Vorgänger anknüpfen.

Sie ist eine Top-CDU-Politikerin.“ Demnach bestehe eigentlich keine Notwendigkeit, eine zusätzliche Personalfrage zu eröffnen. „Das kann aber keinem verboten werden, vielleicht melden sich ja noch andere“, so Henkel.

Quelle: NGZ


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