Jüchen (NGZ). Im Regiopark wird der Modekonzern Esprit künftig sein Großlager für ganz Europa haben. Dazu wird in dem interkommunalen Gewerbegebiet eine 180 mal 180 Meter große Halle gebaut. Esprit will später noch größer bauen.
Jüchen/Mönchengladbach Sichtlich zufrieden war Bürgermeister Harald Zillikens gestern. "Wann entstehen schon mal 520 neue Arbeitsplätze, davon 50 Ausbildungsplätze? Das ist für Jüchen ein hervorragendes Ergebnis." Künftig wird Esprit vom Regiopark aus sämtliche Kleidung, die das Unternehmen in Europa verkauft, zunächst nach Mönchengladbach liefern, um sie von hier aus in 40 Länder zu verteilen. Betreiber des Esprit-Verteilzentrum ist die Fiege Stiftung.
Damit wird Jüchen mehr und mehr zur Logistik-Drehscheibe. In Jüchen haben sich 3M und Polo niedergelassen. Im Regiopark, dem gemeinsamen Gewerbegebiet der Stadt Mönchengladbach und der Gemeinde Jüchen, hat sich bislang der Logistiker Birkart angesiedelt – heute zur Raben Group gehörend.
Das Unternehmen
Die Anfänge 1968 verkauften Doug und Susie Tompkins ihre erste Esprit-Kollektion. Das war in San Francisco, Kalifornien.
Wurzeln Doug Tompkins war auch Gründer und Manager von "The North Face".
Weltweit Die Marke Esprit wird in mehr als 40 Ländern in 640 eigenständigen Ladengeschäften sowie über 12 000 Großhandelskunden verkauft. Jedes Jahr werden rund 20 000 Produkte neu entworfen.
Nun gelang der für die Vermarktung des Gebietes zuständigen Wirtschaftsförderung Mönchengladbach ein weiterer Erfolg. In früheren Jahren hatten Jüchener Politiker immer wieder gefragt, warum in dem Gewerbegebiet so lange nichts geschehe. "Der lange Atem hat sich ausbezahlt", sagte gestern Zillikens. "Mönchengladbach und Jüchen haben sich in einem deutschlandweiten Wettbewerb von acht Standorten durchgesetzt."Harald Zillikens hofft nun, dass auch viele Jüchener von den neu geschaffenen Arbeitsplätzen profitieren – und dass sich rund um das Esprit-Verteilzentrum weitere Unternehmen ansiedeln. "Anfragen liegen vor. Und es gibt Überlegungen, den Regiopark deutlich zu vergrößern."
Den Ausschlag für den Standort gab kurioserweise – neben der perfekten Autobahnanbindung – die relative Nähe zum Rhein. Denn ein guter Teil der Waren, die überwiegend in Asien produziert werden, kommt per Schiff in Rotterdam an. Fiege und Esprit suchten nicht nur nach jenen 76 000 Quadratmetern, die sie gekauft haben und ab sofort bebauen. Sie wollten eine Option auf weitere 160 000 Quadratmeter. "Wir gehen fest davon aus, in Europa weiter zu wachsen", sagte am Freitag Ernst-Peter Vogel, Geschäftsführer der Esprit Europe Services GmbH. Darum war der Konzern auf der Suche nach einer Fläche, auf der eine bis zu 700 Meter lange Lagerhalle stehen kann. Das ist im Regiopark möglich.
65 Millionen Euro investieren Esprit und Fiege. Allein 30 Millionen kostet die Lagertechnik. Sie ist auch dafür verantwortlich, dass es noch etwas dauern wird, bis tatsächlich alle 200 Millionen Kleidungsstücke, die Esprit jährlich auf dem europäischen Markt absetzt, im Regiopark sortiert, etikettiert und für die Geschäfte verpackt werden. Die 180 mal 180 Meter große und 16 Meter hohe Halle mit dem markanten roten Esprit-Schriftzug soll zwar schon im Oktober fertig sein. Doch frühestens im ersten Quartal 2011 ist die Technik installiert. "Die volle Last werden wir erst Ende 2012 erreichen", so Vogel. Erst dann werden auch alle Arbeitskräfte benötigt. Rund 120 davon sind hochqualifiziert. Die restlichen 400 sind Lagerarbeiter, die angelernt werden können.
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