Jüchen (NGZ). Die Spuren der Explosion und des Brandes sind deutlich zu sehen: Fenster mit zerborstenen Scheiben sind mit Folie abgedichtet, ein Anbau ist niedergebrannt. Fünf Stunden war die Feuerwehr an der Rheydter Straße im Einsatz.
Hochneukirch Verkohlte Balken liegen am Boden des abgebrannten Anbaus, mittendrin steht ein rauchgeschwärztes Fahrrad. Wenige Meter weiter bei Günter Holzhauer lehnt die Schlafzimmertür an der Wand, die Explosion hat sie aus den Angeln gerissen. "Zum Glück war ich da noch nicht im Bett, die Tür wurde aufs Bett geschleudert", sagt der 79-Jährige am Tag nach dem Brand. Küchenfenster und Terrassentür sind beschädigt. Der Grund für den Knall: Offensichtlich durch das Feuer in einem Anbau und einer Garage auf dem Hof an der Rheydter Straße war in der Nacht zum Sonntag eine Acetylen-Gasflasche explodiert.
Holzhauer lebt in einem Haus nur wenige Meter vom Brandort entfernt. In der Wohnung über seiner ist ein Fenster mit Folie abgedichtet, die Scheibe ist zerborsten. "Gott hat die Hand über uns gehalten", sagt Ulrike Montini. "Ich sah fern, als jemand klingelte und rief: ,Es brennt, alle raus'. Dann sah ich es im Hof lichterloh brennen, weckte meine Töchter." Sie, Mustapha Ben Belgacem und die Mädchen laufen auf die Straße. "Dort hörten wir den Knall, Trümmerteile flogen über das Haus auf die Straße, zum Glück wurden wir nicht getroffen", berichtet die 40-Jährige. Bis zu 30 Meter weit fliegen die Teile. Sie und die Druckwelle beschädigen Dächer, Fenster, Türen. "Glücklicherweise wurde durch die umherfliegenden Teile niemand ernsthaft verletzt", sagt Feuerwehrchef Mario Heitbrink. Gegen 0.25 Uhr werden die Löschzüge Jüchen und Hochneukirch alarmiert.
Polizei ermittelt
Die Ursache des Brandes am frühen Sonntag an der Rheydter Straße in Hochneukirch steht noch nicht fest. Wie die Polizeipressestelle mitteilt, hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen hinsichtlich der Brandursache aufgenommen. Außerdem wird ein Brandschutzsachverständiger eingeschaltet. Auch zur Höhe des beim Feuer entstandenen Sachschadens konnte die Polizei gestern noch keine Angaben machen.
Heitbrink ist als erster Feuerwehrmann vor Ort. "Der Anbau und eine Garage standen im Vollbrand, ringsherum waren Scheiben zersprungen." Einige Menschen haben sich bereits in Sicherheit gebracht. Heitbrink sieht einen Mann auf dem Hof, holt ihn dort weg. Die Flammen drohen auf eines der Nachbarhäuser überzugreifen. Heitbrink holt eine jüngere Frau aus dem Gebäude, trägt eine andere, "mit einem Nachthemd bekleidete Frau" nach draußen. "Sie hatte leichte Schnittverletzungen an den Füßen." Ein Mann wird vermisst, Wehrleute orten ihn mit der Wärmebildkamera, führen den Leichtverletzten aus dem Haus. "Die Menschen waren angesichts der Ereignisse schockiert", so Heitbrink. Der Malteser-Hilfsdienst kümmert sich um die Geretteten. Weitere Feuerwehreinheiten treffen ein.
Die Löscharbeiten gestalten schwierig. "Es kam zu mehreren weiteren Explosionen – vermutlich durch Propagangasflaschen, wie sie zum Heizen genutzt werden. Der Angriffstrupp machte einen großen Satz, ging in Deckung", erklärt Heitbrink. Die 45 Feuerwehrleute verhindern, dass das Feuer auf andere Gebäude übergreift.
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