Jüchen (NGZ). Dass eine brennende Fritteuse kein Fall für Löschwasser ist, zeigte am Sonntag der Löschzug Hochneukirch beim "Tag der Helfer". Das "Räuber"-Konzert und der Gottesdienst waren gut besucht. Doch den Florianern fehlt Nachwuchs.
Spektakulär feierte der Löschzug Hochneukirch sein 150-jähriges Bestehen: Mehrere Meter stieß die Stichflamme empor, als die Jubilare beim "Tag der Helfer" demonstrierten, wie eine in Brand geratene Fritteuse mit heißem Fett gerade nicht gelöscht werden sollte: mit Wasser. Könnte eine große Stichflamme bei einem Küchenbrand schon viel zerstören, kommt beim Löschen ein weiteres Problem auf: "Aus einem Liter Wasser bei einem Fettbrand entstehen 1700 Liter Wasserdampf", beschreibt Gemeindebrandinspektor Mario Heitbrink. "Gelöscht" werden Fettbrände einfach durch Ersticken der Flamme.
Ausstattung und Bilanz
Ausstattung: Der Löschzug Hochneukirch ist mit Tanklöschfahrzeug, Hilfeleistungsfahrzeug HLF 10/6 und Mannschaftstransportwagen für neun Feuerwehrleute ausgestattet. Aufwendigster Einsatz war bisher in 2010 das Löschen eines Brandes an den Karnevalstagen, der durch eine explodierte Gasflasche entstanden war.
Den unter "Laborbedingungen" entfachten Fettbrand hatten die Feuerwehrleute ebenso schnell im Griff, wie die Bergung eingequetschter "Unfallopfer" aus einem zuvor in liebevoller Kleinarbeit eigenhändig demolierten Kleinwagen. Das Publikum kam beim Jubiläum des Löschzugs umfassend auf seine Kosten.
Bürgermeister Harald Zillikens zeigte sich erfreut von der Leistungsfähigkeit der 28-köpfigen Truppe um Löschzugführer Frank Poestges. Zillikens verwies am Sonntag darauf, dass der Löschzug mit seinen 150 Jahren nicht nur der älteste im gesamten Kreisgebiet sei, sondern auch bundesweit. Mit der Resonanz, die das Jubiläum bei den Hochneukirchern gefunden hat, zeigte sich Frank Poestges höchst zufrieden: Gut 700 Besucher amüsierten sich beim Konzert der "Räuber". Auch der von Regionaldekan Ulrich Clancett und dem evangelischen Feuerwehrseelsorger Ulrich Meihsner aus Mönchengladbach zelebrierte ökumenische Gottesdienst im Festzelt war gut besucht. Zahlreiche Gratulanten wie Kreisbrandmeister Reinhard Seebröker sowie die früheren Bürgermeister Margarete Kranz und Rudi Schmitz waren beim Festakt dabei.
Stand am Sonntag gute Laune im Vordergrund, plagen den Löschzug im Alltag die bei vielen Feuerwehreinheiten bekannten Probleme. Mögen 28 Aktive nach wie vor eine durchaus stattliche Anzahl sein, wäre den Florianern Nachwuchs jederzeit willkommen, wie Frank Poestges und Mario Heitbrink mit Blick auf den Brandschutzbedarfsplan deutlich machen. Dieser sieht eigentlich eine Stärke von 50 Mann vor.
Eine Perspektive: In den kommenden Jahren werden voraussichtlich zwei bis drei Mitglieder der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst wechseln. Auch bei der so genannten "Tagesverfügbarkeit" bildet der Löschzug keine Ausnahme: Immer weniger Feuerwehrleute sind tagsüber einsatzbereit. Der Löschzug Jüchen, bei dem die Sonderfahrzeuge stationiert sind, hat die Lösung gefunden, zur Verstärkung Mitarbeiter des Betriebshofs einzusetzen. Sie hat sich laut Mario Heitbrink bestens bewährt.
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