Jüchen (NGZ). Otzenrath (S.M.) Im Zuge der Diskussion um die vom Rat unmittelbar vor der Sommerpause beschlossene Einzügigkeit der Otzenrather Janusz-Korczak-Grundschule hatte der FWG-Fraktionsvorsitzende Gerolf Hommel erklärt, der Gemeinde sei durch den Bau der Schule ein finanzieller Nachteil in Höhe von 300 000 Euro entstanden.
„Diese Behauptung wird so nicht aufrecht erhalten“, erklärte Hommel jetzt im Rat. Die Gemeindeverwaltung hatte bereits im Mai im Hauptausschuss erklärt, dass die Ausgaben für die neue Schule den Verkaufspreis der alten Schule nicht übersteigen.
Hommel weiter skeptisch
Hommel zufolge nimmt die Freie Wähler-Gemeinschaft (FWG) „dies zunächst zur Kenntnis, da die abschließenden Zahlen nicht vorliegen“. Zugleich bekräftigte er im Rat seine Skepsis: Demnach habe die Verwaltung 2005 ein Zahlenwerk vorgelegt, wonach die alte Otzenrather Grundschule für 2,2 Millionen Euro an RWE Power verkauft worden sei. Zugleich seien die Kosten für den Neubau mit 2,5 Millionen Euro beziffert worden - woraus dann das Minus von 300 000 Euro entstanden sei, so Hommel im Rat.
Wie es um den Wahrheitsgehalt von Hommels Erklärung bestellt sei, wollte Thomas Dederichs, Fraktionschef von Bündnis 80/Die Grünen, von Bürgermeisterin Margarete Kranz wissen. Ihr zufolge treffen die Aussagen des FWG-Sprechers „insofern nicht zu, als die Gemeinde nichts dazu geschossen hat“.
Weitere Auskünfte mochte Margarete Kranz hierzu nicht geben, nachdem schon im Hauptausschuss nach dem Geschmack der Verwaltung und mancher Politiker womöglich allzu heikle Details der Umsiedlungsfinanzierung angesprochen worden waren (die NGZ berichtete).
Hommel beharrte jedoch im Rat auf seiner Auffassung, wonach RWE Power aufgrund einer schriftlichen Verpflichtung von 1999 verpflichtet gewesen sei, einen „funktionalen Ersatz“ der alten Schule bereit zu stellen. „Das heißt, dass RWE einen komplett neuen Schulbau finanzieren musste“, so Hommel.
FWG: Unhaltbarer Zustand
Dabei handelt es sich laut dem FWG-Fraktionsvorsitzenden „um eine klassische Umsiedlungsaufgabe“. Um die Schule für den erhaltenen Betrag von 2,2 Millionen Euro am Umsiedlungsort neu bauen zu können, habe ihre Größe reduziert werden müssen; „Während die alte Schule über neun Unterrichtsräume verfügte, wurde die neue Schule auf acht Unterrichtsräume abgespeckt“, kritisierte Gerolf Hommel.
Die Konsequenz: „Wie man jetzt weiß, muss künftig eine Schulklasse im Lehrerzimmer unterrichtet werden, während die Lehrer mit der Bibliothek vorlieb nehmen müssen.“ In den Augen des FWG-Fraktionschefs handelt es sich dabei um „einen unhaltbaren Zustand“. Verursacht hätten ihn „diejenigen, die sich nicht an die Vereinbarung gehalten haben, die Schule eins zu eins, also alt gegen neu, durch RWE ersetzen zu lassen.“
Aus Sicht der FWG wiege dies „schwerer, als wenn man 300 000 Euro mehr ausgegeben hätte.“ Hommel zufolge müsse sich angesichts dessen „auch niemand mehr wundern, dass seit Wochen über den Platzmangel in der Grundschule Otzenrath diskutiert werden muss.“
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